Zukunftskonferenz Lausitzrunde in Senftenberg: „Nicht jammern, sondern Chancen erkennen“

Im Amphitheater Großkoschen am Senftenberger See trafen sich am 12. Juni Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kommunen zur Zukunftskonferenz der Lausitzrunde – mit klarer Botschaft: Der Wandel gelingt nur gemeinsam.

C.M. Schwab

Die Lausitz im Wandel – dieses große Thema bestimmte am 12. Juni die Zukunftskonferenz der Lausitzrunde, die in diesem Jahr im Amphitheater Großkoschen der neuen Bühne Senftenberg stattfand. Inmitten der Kulisse des Senftenberger Sees kamen über hundert Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Landespolitik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um über Perspektiven für die Region zu diskutieren. Im Anschluss lud die Stadt Senftenberg zum Sommerempfang ein.

Im Mittelpunkt der Konferenz stand das ambitionierte Zukunftsprojekt „Net Zero Valley Lausitz“ – ein Konzept, das die Lausitz zu einem Vorreiter für klimaneutrale industrielle Entwicklung machen soll. Ziel ist es, neue wirtschaftliche Stärke mit ökologischer Verantwortung zu verbinden und damit dauerhaft Arbeitsplätze und Lebensqualität in der Region zu sichern. Christine Herntier räumte bei diesem Vorhaben Probleme ein, betonte aber: „Wir sollten nicht jammern, sondern die Chancen erkennen!“ Angesichts des Blicks auf den Senftenberger See, Schmuckstück des Lausitzer Seenlands, hob sie hervor: „Ein wunderschöner Ort, aber davon können wir nicht leben. Wir brauchen die Industrie!“

Europa schaut auf die Lausitz

Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller betonte in seinem Grußwort die besondere Rolle der Lausitz im Transformationsprozess Deutschlands: „Europa schaut auf die Lausitz. Es geht hier nicht nur um Netto Null (Net Zero) Emissionen, sondern darum, dass das marktfähig wird.“  Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer meldete sich per Videobotschaft zu Wort. In mehreren Foren diskutierten die Teilnehmenden über Themen wie Planungsbeschleunigung, Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und die Rolle von Kommunen als aktive Treiber des Wandels. Dr. Christian Ehler, EU-Abgeordneter, der seit Jahren die Lausitz in ihrer Weiterentwicklung unterstützt, bemerkte: „Wenn es die Region schafft, Ansiedlungen zu erleichtern, dann werden die Karten in Europa neu gemischt.“ Deutschland führe nach wie vor technologisch, umgesetzt würde aber zunehmend woanders. Die mangelnde Geschwindigkeit bei Genehmigungsprozessen sei ein wichtiges Thema, bestätigte Harald Ganster, Geschäftsführer von Hamburger Containerboard in Schwarze Pumpe. Die Rahmenbedingungen müssen wettbewerbsfähig werden.

Ein technisches Highlight war der Beitrag von Prof. Jochen Großmann von der GICON®-Gruppe. Er stellte neue Ansätze zur Höhenwindnutzung vor – ein innovativer Baustein für die Energiewende in der Region. „Wir können in der Lausitz vieles erreichen, was für andere Regionen Modellcharakter haben wird“, so Großmann.

Die Stärke der Lausitz

Von den Teilnehmern der Konferenz wurde dabei vor allem der Geist der Zusammenarbeit hervorgehoben. Die Vertreter der beteiligten Kommunen sprachen von einem „wichtigen Signal“ für den Strukturwandel. Europapolitiker Dr. Ehler betonte, dass das Thema Net Zero Valley von Beginn an ein Pilotprojekt sei, welches von den Kommunen, den Bürgermeistern der Region, der Lausitzrunde, vorangetrieben wird. Es wurde nicht von außen übergestülpt. Das sei die Stärke der Lausitz und das lasse sich auch durch Widerstände in der Landes- oder Bundespolitik „schwer beenden“.

Der anschließende Sommerempfang der Stadt Senftenberg bot Raum für Austausch, Begegnung und informelle Gespräche – bei sommerlicher Atmosphäre direkt am Wasser.

Fazit: Die Zukunftskonferenz der Lausitzrunde hat gezeigt, dass der Wandel in der Region längst konkret geworden ist. Was zählt, ist der Schulterschluss von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – und genau diesen Eindruck vermittelte die Veranstaltung in Großkoschen eindrucksvoll.

www.lausitzrunde.de

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