Wie die ASG Spremberg mit einer Lernfabrik in Schwarze Pumpe Fachkräfte für die Lausitz sichern will - Stark für die Lausitz Nachrichten aus der Lausitz

Wie die ASG Spremberg mit einer Lernfabrik in Schwarze Pumpe Fachkräfte für die Lausitz sichern will

Fachkräfte sollen künftig im Industriepark Schwarze Pumpe (ISP) im Innovatorium Lausitz akquiriert, ausgebildet, umgeschult und langfristig an die Region gebunden werden. Mit dem Projekt setzt der Zweckverband Industriepark Schwarze Pumpe (ZV ISP) neue Maßstäbe in der Fachkräfteentwicklung. Eine Bildungsstätte mit Lernfabrik, 15-geschossigem Tower und Landschaftspark soll Unternehmen und Talente zusammenbringen und regionale Bildungsbedarfe gezielt adressieren. Darin besteht eines der wichtigsten Zukunftsprojekte des ZV ISP.

Aus der Frühjahrsausgabe des STARK für die LAUSITZ-Magazins 2025

Das Fünffache an Ausbildungsplätzen

In den kommenden fünf Jahren wird der Industriepark Schwarze Pumpe allein aus dem Bestand und durch Neuansiedlungen rund 1.200 neue Fachkräfte benötigen. Dass zeigt zum einen eine im Jahr 2024 durchgeführte Befragung von den 50 größten Unternehmen des Industrieparks Schwarze Pumpe sowie der Bedarf durch geplante Neuansiedlungen. Nach Rücksprache mit Bestandsunternehmen wird das Fünffache an Ausbildungsplätzen benötigt, um die Bedarfe zu decken. Ansässige Unternehmen wollen sich künftig erweitern, Neuansiedlungen sind in Vorbereitung. „Wir erfahren momentan eine starke Ansiedlungsdynamik. Aktuell wird der Industriepark um etwa 350 Hektar Industrieparkflächen erweitert, auf denen neue Firmen angesiedelt werden“, erklärt Petra Axel, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Industriepark Schwarze Pumpe und Kaufmännische Geschäftsführerin der ASG Spremberg GmbH.

Multifunktions-Ausbildungsfabrik

Das Innovatorium Lausitz besteht baulich aus zwei großen Bereichen, die eng miteinander verknüpft sind.  „Lernfabrik“ und Tower/Landmarke als „Schaufenster Strukturwandel“. Die Lernfabrik wird als Multifunktions-Ausbildungsfabrik am Standort agieren. Im Vordergrund dabei stehen vor allem Kooperationen mit Unternehmen aus der Region, deren Bedarfe durch die ebenfalls geplanten und etablierten Bildungsangebote bisher nicht abgedeckt werden können. Eine zentrale Partnerschaft wurde bereits mit der Altech Group geschlossen. Das Unternehmen plant in der Lernfabrik Teile der theoretischen und praktischen Ausbildung für seine Betriebe umzusetzen – darunter 300 Ausbildungsplätze für Industriekeramiker. Weitere Unternehmenspartnerschaften sind in Planung. Zudem soll eine „Net-Zero-Academy“ für Zukunftsberufe aufgebaut werden. Die Lernfabrik soll zudem ein „Science Center“ der ansässigen Universitäten und eine „MINT Academy“ zur Berufsfrühorientierung beinhalten.

Zentrum für Gesundheitsprävention

Im Mittelpunkt des Gebäudeensembles soll ein Hochhaus mit 15 Geschossen entstehen, welches den Namen „Schaufenster Strukturwandel“ trägt. Da in den Unternehmen und bei den Fachkräften das Thema „Work-Life-Balance“ einen immer größer werdenden Stellenwert einnimmt, soll das Thema Gesundheit eine große Rolle spielen. Dementsprechend ist ein Zentrum des Arbeitsmedizinischen Dienstes und ein Zentrum für Gesundheitsprävention geplant. Der Bereich Qualifizierung von Mitarbeitern wird zukünftig in allen Branchen einen hohen Stellenwert einnehmen. Handwerk und Industrie haben die Möglichkeit ihre Mitarbeiter u.a. in den Bereichen Sprachen und Digitalisierung zertifiziert zu qualifizieren. Im sogenannten „Nexus Hub“ soll das Ankommen und das Verwurzeln von Fachkräften in der Region erleichtert werden – und dies in Kooperation mit Landkreisen, TÜV, IHK und weiteren Partnern. Für innovative und kreative Nutzer werden in einem Teil des Hochhauses auch Büroeinheiten zur Anmietung zur Verfügung stehen. Zudem können die Beschäftigten und Auszubildene in dem Hochhaus auch ausreichend versorgt und temporär untergebracht werden.

Grünraum Landschaftspark

Um das Gesamtprojekt abzurunden, ist es geplant, neue Grünräume in Form eines Landschaftsparks zu schaffen. Dieser soll die Aufenthalts-, Lern- und Lebensqualität für die Mitarbeiter im Industriepark Schwarze Pumpe und der Einwohner von Schwarze Pumpe steigern. Darüber hinaus ist die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes und weiteren Dienstleister im Quartier neben der bestehenden Tankstelle vorgesehen. 

„Das Innovatorium Lausitz ist ein unabdingbarer Baustein zur weiteren Entwicklung des Industrieparks Schwarze Pumpe und der gesamten Region. Nur so kann Strukturwandel gelingen“, so Roland Peine, Technischer Geschäftsführer der ASG Spremberg und Industriepark-Manager. Vom ganzheitlichen Aus- und Weiterbildungsangebot soll am Ende eine gesamte Region – das Industriedreieck Spremberg – Hoyerswerda – Weißwasser profitieren.

Antwort auf Strukturwandel

Die geplanten Kosten in Höhe von ca. 118 Millionen Euro sollen zu großen Teilen durch Fördermittel für den Lausitzer Strukturwandel gedeckt werden. Aktuell laufen intensive Gespräche mit dem Fördermittelgebern. „Das Innovatorium Lausitz ist die notwendige Antwort, damit der Strukturwandel in der Lausitz aktiv vorangetrieben werden kann“, fasst Alexander Scharfenberg, Leiter des Projektes und Mitarbeiter im Bereich Industrieparkmanagement bei der ASG Spremberg GmbH, zusammen. 

www.asg-spremberg.de

70 Jahre Industriepark Schwarze Pumpe

Der erste Spatenstich für das Kohleveredlungskombinat Schwarze Pumpe erfolgte am 31. August 1955. Daraus entwickelte sich über Jahrzehnte mit dem Industriepark einer der bedeutendsten ostdeutschen Wirtschaftsstandorte. Seine Geschichte garantiert industrielle Kompetenz und ein wirtschaftsfreundliches Umfeld am Standort und in der Region. Im länderübergreifenden Industriepark können sowohl Förderprogramme des Landes Brandenburg als auch des Freistaates Sachsen in Anspruch genommen werden. Gemanagt und entwickelt wird der Industriepark von der ASG Spremberg. Die ASG ist auch Wirtschaftsfördergesellschaft in der brandenburgisch-sächsischen Region Spremberg/Spreetal.

Die Feierlichkeiten zum Jubiläum sind in Vorbereitung. Geplant ist ein Tag der offenen Tür am Sonnabend, den 30. August 2025.
www.industriepark.info

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