Wasserstoffspeicher für Smart Home – ‚Made in Lausitz´
Ende Juni hat die Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) GmbH zur Projektvorstellung im Bundesmodellvorhaben „Unternehmen Revier“ zur EAB Gebäudetechnik Luckau GmbH geladen. Vorgestellt wurde u.a. das Verbundprojekt „Herstellung von gewickelten hochbelastbaren Druckbehältern in Leichtbauweise von Wasserstoffspeicherung mit integrierter Zustandsüberwachung“. Welch Zukunftspotenzial bietet dieses Projekt für die Region und darüber hinaus?
pm / Jannis Simons
Der hochbelastbare Wasserstoffspeicher soll sowohl in Privathaushalten zur Haushaltsenergieversorgung als auch für mobile Anwendungen einsetzbar sein. Verschiedenste Parameter wie Füllmenge, Druck und Temperatur werden über eine Sensorik innerhalb der Smart Home Technologie zusammengeführt, geprüft und gesteuert. Die bisherige kostenintensive und manuelle Wartung wird durch eine vorausschauende digitalisierte Wartung ersetzt, womit dem Nutzer passgenauer der mögliche Verschleiß- und Austauschzeitpunkt bzw. Leckagen angezeigt werden. Da die Wandstärke des Wasserstoff-Druckbehälters in gewickelter Faserverbundbauweise gegenüber einer herkömmlichen Stahlausführung ein vierfaches dünner und im Gewicht um das mehr als 18-fache leichter ist, wird sowohl eine Montage im Haushaltsenergiebereich erleichtert, als auch der Einsatz in mobilen Anwendungen befördert. Gerade in mobilen Anwendungen ist die Gewichtseinsparung ein wesentlicher Faktor, womit perspektivisch auch höhere Reichweiten verbunden sind. Zudem ist es Ziel, den thermoplastischen Behälter komplett recycelbar zu gestalten und damit die Möglichkeit zu schaffen, dass dieser nach dem Ende des Lebenszyklus wieder für die Produktion von neuen Druckbehältern genutzt werden kann.

Kooperation mit Fraunhofer-Institut
Bei diesem Projekt handelt es sich um eine Kooperation seitens der EAB Gebäudetechnik mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP. Marcello Ambrosio, akademischer Mitarbeiter im Fraunhofer-Institut zeigte sich erfreut über die bisher erreichten Meilensteine. „Die Innovation ist einerseits die Entwicklung von Baukomponenten in Leichtbauweise für die effizientere Nutzung von erneuerbaren Energien. Auf der anderen Seite ist es die Sicherheitsbefähigung von Wasserstoffdruckbehältern für die private Anwendung im Haushalt.“ EAB-Geschäftsführer, Christian Beloch blickt voraus: „Perspektivisch könnten wir mit dieser Technologie die PV-Energie, von der wir in der Lausitz aktuell sehr viel haben, bis in die Wintermonate hinein nutzen.“ So werde man immer unabhängiger von fossilen Rohstoffen, was ein Ersparnis für jeden einzelnen Bürger bedeuten könnte, so Beloch weiter.
Bis zum Projektende Mitte Oktober 2022 soll ein anwendungsnaher Prototyp zur Verfügung stehen, der im Betrieb weiter getestet wird und entsprechende Zertifizierungsprozesse für die Vermarktung durchlaufen wird. „Derzeit sind wir noch an der Weiterentwicklung der Sensorik tätig und werden im Spätsommer einen finalen Demonstrator mit funktionsfähiger Sensorik vorstellen“, ist Marcello Ambrosio überzeugt.
Noch jede Menge Innovationspotenzial
Ein weiteres Projekt seitens der EAB Gebäudetechnik wurde beim Pressetermin gleich mit vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Rotorblatt für Kleinwindkraftanlagen in Leichtbauweise. Hauptziel: Mehr Windkraft in unten Bereichen von Windgeschwindigkeiten für Eigenheime produzieren. Die Rotorblätter werden aktuell noch einem Zertifizierungsprozess unterzogen, wobei verschiedene Analysen, wie z.B. Schallpegelmessung und mechanische Belastungen durchgeführt werden. Im Anschluss daran könne es in die Markteinführung gehen, verriet Marcello Ambrosio vom Fraunhofer-Institut.
Auf dem Foto zeigt Christian Beloch von der EAB eine Baukomponente des Rotorblattes in Leichtbauweise. (Foto: Simons)

Für Unternehmen im Handwerksbereich und anderen technischen Bereich eröffnen sich mit der zunehmenden Integrierung erneuerbarer Energien neue Geschäftsfelder. „Auch kleine und mittelständische Unternehmen können von diesen Innovationen profitieren und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit regional erhalten und vielleicht auch überregional auszubauen“, sieht Ambrosio noch jede Menge Innovationspotenzial für die Region. Christian Beloch betonte: „Die WRL hat uns sehr gut unterstützt, gab immer wieder Hinweise zu bestimmten Fragestellungen und die Drähte der der Kommunikation waren stets kurz.“ Die EAB Gebäudetechnik will noch weitere Zukunftsprojekte in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut einreichen. Die Kooperation kam u.a. durch regionale Netzwerkveranstaltungen zustande.
