Wasserstoffmobilität für Lkw und Bus auf dem Lausitzring vorgestellt

Auf dem DEKRA Lausitzring wurde Mitte Oktober die mobile Zukunft der Brennstoffzelle im Lkw und Bus präsentiert.

Peter Aswendt

Zahlreiche Gäste aus der Speditions- und Logistikbranche sowie von kommunalen Verkehrsbetrieben konnten sich auf dem Lausitzring von den Möglichkeiten des Betriebs einer Brennstoffzelle mit grünem Wasserstoff in Lkw und Bussen überzeugen. Dazu hatten die Unternehmen GP Joule und Clean Logistics, die sich dem emissionsfreien Schwerlastverkehr und dem Personentransport verschrieben haben, eingeladen, um die Einsatzmöglichkeiten zu zeigen. Ein Lkw und ein Bus konnte hautnah von den Gästen in allen Einzelheiten inklusive Mitfahrgelegenheit erkundet werden.

Reichweite versus Kosten

Für Markus Körner, Chef des Vertriebs für Lkw in der Firma Clean Logistics, steht fest: »In der Reichweite ist der Wasserstoff-Lkw unschlagbar.« Nach entsprechendem Umbau, der knapp 590 000 Euro pro Zugmaschine kostet, werden Reichweiten bei voller Beladung eines entsprechenden Trailers von circa 500 Kilometern erreicht: »Danach muss einfach wieder aufgetankt werden und das geschieht ohne eine Ladestruktur, die Gigawatt an Leistung braucht«, zeigt Körner einen wesentlichen Vorteil gegen den rein elektrisch angetriebenen Lkw auf. Zurzeit kostet ein Kilogramm Wasserstoff zwischen 10 und 12 Euro. Um diese Reichweite zu realisieren, werden circa 42 Kilogramm Wasserstoff benötigt. Ähnlich verhält es sich im Personenverkehr, der mit einem Wasserstoff-Bus durchgeführt wird. Die Kosten für einen Umbau eines handelsüblichen Busses liegen ähnlich wie die eines Lkws. Für den Vertriebschef für Busse, Udo Hoffmann, zählt ebenfalls die Reichweite und die emissionsfreie Fahrt: »Auch mit dem Bus schaffen wir um die 500 Kilometer, das macht den Antrieb auch auf längeren Strecken attraktiv. Dazu kommt die geräuscharme Fahrt, die den Verkehrslärm um ein Vielfaches reduziert«, ist sich der Bus-Profi sicher. Die Kosten von circa 590 000 Euro sind natürlich erheblich, aber eine 80-prozentige Förderung durch den Bund lässt die Investition in einem günstigeren Licht erscheinen. Dazu kommt, dass auch gebrauchte Fahrzeuge umgerüstet werden können, die somit eine neue Wertschöpfung erfahren. Aktuell setzt die Verkehrsgesellschaft Uckermark zwei Brennstoffzellen-Busse ein.

Markus Körner (Mitte) von der Firma Clean Logistics erklärt die Brennstoffzelle im Lkw.
Foto: Peter Aswendt

Grüner Wasserstoff

Nachhaltig ist auch die Produktion des Wasserstoffs in der Lausitz. Hierzu betreibt die Firma GP Joule die Wasserstoffproduktion mit Energie aus dem nahe gelegenen Energiepark Lausitz. Mit der geplanten Wasserstoff-Tankstelle am Autohof Klettwitz beträgt die Entfernung von Produktion und Tanken gerade einmal 200 Meter Luftlinie. Um den Einstieg der Wasserstoffmobilität für Logistiker und Verkehrsbetriebe attraktiv zu machen, wird GP Joule in absehbarer Zeit ein Komplettangebot von Fahrzeugen und Infrastruktur auf dem Markt bringen. Dazu hat das Unternehmen in den nächsten Jahren 5000 Fahrzeuge beim Umrüster Clean Logistics geordert.

Eine Übersichtskarte zu allen Wasserstoffprojekten in der Lausitz, ein Interview mit EU-Parlamentarier Dr. Christian Ehler über europäische Lösungen zur Wasserstoff-Technologie und welche Aufgaben das Wasserstoffnetzwerk „DurcHatmen“ in der Lausitz auf dem Weg von der Kohle- in eine Wasserstoffenergie-Region aktuell gerade innehat, erfahren Sie in der aktuellen Herbstausgabe des „STARK für die LAUSITZ“-Magazins des WochenKurier – online als E-Paper auf den Seiten 10 bis 13.

Eine Sattelzugmaschine und ein Bus mit Brennstoffzellen-Antrieb wurden auf dem Lausitzring in Klettwitz im Landkreis Oberspreewald-Lausitz vorgestellt.
Foto: Peter Aswendt
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