Von Schwepnitz bis nach Europa – Vorzeigewerk für Kunststoff-Dachbahnen in der Lausitz eröffnet
In der vergangenen Woche eröffnete die Paul Bauder GmbH & Co. KG, einer der führenden Hersteller für Dachsysteme in Europa, ihr neues Werk für hochwertige Kunststoff-Dachbahnen in Schwepnitz. Mit dem modernen Produktionsstandort stellt sich Bauder optimal auf die europaweit steigende Nachfrage nach PVC- und FPO-Dachabdichtungsbahnen ein.
Jannis Simons/pm
Wenn schon Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer an einem sonnigen Donnerstagnachmittag nach Schwepnitz reist, muss schon ein größeres Ereignis stattfinden. Für die rund 2.500 Einwohner große Gemeinde in der Westlausitz war dies auch ein großer Tag. So eröffnete Mark Bauder, einer der drei Bauder Geschäftsführer, zusammen mit Kretschmer Europas modernste Produktionsanlage für hochwertige Kunststoff-Dachbahnen. Beim feierlichen Festakt, bei dem auch Elke Röthig, Bürgermeisterin in Schwepnitz, sowie Dr. Romy Reinisch, Beigeordnete für die Kreisverwaltung Bautzen, teilnahmen, wurde das neue Werk mit dem traditionellen Banddurchschneiden offiziell eingeweiht.
Seit dem Spatenstich im Januar 2021 entstanden auf einem Gelände von rund 10 Hektar über 20.000 Quadratmeter neue Produktionsgebäude, Lagerräume sowie großzügige Sozial- und Schulungsräume. 33 Gewerke waren am Bau beteiligt. Die Anlagen- und Gebäudetechnik entspricht den modernsten Technik- und Energiestandards. Alle Dächer der Neubauten verfügen über eine Photovoltaikanlage mit einer insgesamten Leistung von 1.000 kWp oder ein Gründach. Das Bürogebäude erhielt sogar ein Solargründach. »Es ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein großartiger Platz zum Arbeiten geworden«, schwärmt Andreas Pohontsch, Bauder Werkleiter in Bernsdorf und Schwepnitz. Insgesamt über 60 Mio. Euro investierte das Stuttgarter Familienunternehmen in das Vorzeigewerk mit neuer PVC- sowie FPO-Anlage.
Kunden in ganz Europa
Durch das Kunststoff-Kompetenz-Center kommt Bauder der immer weiter steigenden Nachfrage der Dachbahnen nach und beliefert ganz Europa – vorwiegend Kunden im Industriebereich. In seiner Rede betonte Mark Bauder ausdrücklich, wie wohl sich der Branchenführer in Schwepnitz fühle: »Es ist eine sächsisch-schwäbische Erfolgsgeschichte. Die Zusammenarbeit mit den Behörden und der Gemeinde war beeindruckend positiv. Wir haben hier viel Unterstützung erfahren, um aus dem Potenzial, das wir hier vorgefunden haben, etwas nachhaltig und langfristig Großartiges zu schaffen.« Auch Ministerpräsident Kretschmer begrüßt den Werksneubau und die damit verbundene Investition für die Region: »Mit der Eröffnung dieses hochmodernen Werks sendet das Unternehmen Bauder ein eindeutiges Signal: Sachsen ist ein besonders attraktiver Industrie- und Innovationsstandort – nicht nur in den Metropolen, sondern auch im ländlichen Raum. Hier entstehen gut bezahlte Arbeitsplätze für Fachkräfte.«
Kretschmer in »Schweiß«-Aktion
Mit Inbetriebnahme der neuen Anlage wird das Unternehmen in Schwepnitz insgesamt über 160 Mitarbeitende beschäftigen. Engagierte neue Leute sind gern gesehen. »Bauder investiert damit nicht nur in die eigene Zukunft, sondern trägt gleichzeitig zur nachhaltigen Stärkung der Westlausitz bei«, so der Minister, der auch von der guten Zusammenarbeit zwischen der Firma, der Gemeinde und dem Landkreis begeistert ist.
Mit der Entscheidung für das innovative Werk für Kunststoff-Abdichtungsbahnen investiert Bauder in die Zukunft, denn der Markt für PVC- und FPO-Dachabdichtungen wächst europaweit kontinuierlich. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vor allem die einlagige und dadurch schnelle Verlegung der sicheren Bahnen macht sie für Dachhandwerker in Zeit des Fachkräftemangels und gleichzeitigen Sanierungsdrucks äußerst attraktiv. So versuchte sich auch Sachsens Ministerpräsident erfolgreich an einer kleinen »Schweiß«-Aktion im Werk.

Foto: Simons
Die einlagige Verlegung bedeutet zudem weniger Material und damit eine entsprechende Ressourcenschonung. Durch die mechanische Befestigung ist der Werkstoff außerdem sortenrein rückbaubar – ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf die geforderte und dringend notwendige Bauwende. Gerade in Bezug auf das große Thema Recycling hat sich Bauder mit dem Werksneubau in Schwepnitz optimal aufgestellt: In einer eigenen Häckselei werden Werkstoffreste und -abfälle geschreddert, um sie dann plastifiziert neuen Bahnen zuzufügen.
Neben der deutlichen Kapazitätssteigerung in der Produktion ist das neue Kunststoff-Kompetenz-Center auch auf Innovation ausgelegt. Dank der modernsten Anlagentechnik kann Bauder hier alle Bahn-Normen aller europäischen Märkte an nur einem Standort fertigen. Zudem wird intensiv geforscht: an zukunftsweisenden und vor allem nachhaltigen Produkten. Mark Bauder ist sich daher sicher: „Wer in Zukunft in Europa von hochwertigen Kunststoff-Dachbahnen spricht, der wird immer auch von Schwepnitz sprechen.“
Foto Titelbild: Paul Bauder GmbH & Co. KG