Spremberg, Weißwasser und Hoyerswerda ziehen an einem Strang

In der vergangenen Woche wurde im Gründer- und Kompetenzzentrum „Dock 3 Lausitz“ am Industriepark Schwarze Pumpe eine Kooperationsvereinbarung zur Fachkräftegewinnung unterzeichnet, und zwar von der Bürgermeisterin der Stadt Spremberg, Christine Herntier,
vom Oberbürgermeister von Weißwasser/OL, Torsten Pötzsch, sowie vom Oberbürgermeister der Stadt Hoyerswerda, Torsten Ruban-Zeh.

pm / jas

Die Lausitz benötigt neue Herangehensweisen, um als attraktive Region wahrgenommen zu werden. Denn der Fachkräftebedarf in der Region ist enorm und nimmt weiter zu. Allein im Industriepark Schwarze Pumpe werden in den kommenden Jahren bis zu 5000 Fachkräfte benötigt. Im regionalen Umfeld wird mit weiteren neuen Arbeitsplätzen in dieser Größenordnung gerechnet. Um diese Herausforderung zu bewältigen, ist gemeinsames Handeln nötig. Eine neue Form der interkommunalen Zusammenarbeit in Verbindung mit der Wirtschaft gehen jetzt die Bürgermeister der Städte Spremberg/Grodk, Hoyerswerda und Weißwasser/O.L. an.

Sie vereinbarten, künftig in einen intensiven, offenen, transparenten Informationsaustausch über Erfahrungen, Projekte, Maßnahmen und Erfolge der Fachkräftegewinnung zu treten. Lokale Prioritäten sollen hinter regionalen Chancen zurücktreten. Eine abgestimmte Herangehensweise in den Clustern Sport, Kultur, Erholung, Soziales, Tourismus und weiteren Bereichen wird als Chance gesehen, eine deutlich höhere Wirksamkeit zu erreichen und mit sogenannten Leuchttürmen und Ballungszentren in echte Konkurrenz zu treten.

Handeln gemeinsam – Wirtschaft und Kommunen im Industriedreieck Schwarze Pumpe.
V.l.n.r.: Christian Krause, Altech Battery GmbH, Bernd Loose, Actemium BEA GmbH, Torsten Ruban-Zeh, OB Hoyerswerda, Christine Herntier, Bürgermeisterin Spremberg, Torsten Pötzsch, OB Weisswasser, Tim Berndt, WiL e.V., Arno Liendl, Hamburger Container Board. Foto: Tudyka.PR

Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier stellt dazu fest: „Im Städtedreieck Hoyerswerda, Weißwasser und Spremberg/Grodk werden alle Bedarfe abgedeckt, die für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in einem lebenswerten Umfeld gewünscht werden. Moderne Arbeitswelten spielen dabei eine besondere Rolle. Eine gelebte Willkommenskultur ist unverzichtbar für Rückkehrer und Zuzügler, egal, woher sie kommen.“
Bereits 2022 hat sich auf Initiative von mittelständischen Unternehmen des Industrieparks Schwarze Pumpe eine länderübergreifende Initiative gegründet, die privatwirtschaftliches Engagement mit dem von kommunalen und Landesinstitutionen vernetzt. Länderübergreifend sollen Fachkräfte gewonnen werden für den gesamten Bereich des Städtedreiecks Spremberg/Grodk – Weißwasser – Hoyerswerda.

Unter Federführung der Wirtschaftsinitiative Lausitz, der Aktions- und Netzwerkplattform Lausitzer Unternehmen, wurden weitere Unternehmen, Kommunen, Wirtschaftsförderer, Arbeitsagenturen und Bildungswerke für das Projekt PROF-ISP gewonnen. Die Mittelstands-Initiative agiert auf verschiedenen Ebenen: Anwerbung, Aus- und Weiterbildung, weiche Standortfaktoren, Außenwirkung, Willkommenskultur.

Statement Tim Berndt, Geschäftsführer Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V.:

„Die WiL hat wieder einmal erfolgreich Wirtschaft und Kommunen verbunden, und das auch noch über die (manchmal erschreckend hohe) brandenburgisch-sächsische Landesgrenze hinweg. Auf Anregung des von uns konzipierten Projektes „PROF-ISP“ (Projekt Fachkräfte im Industriedreieck Schwarze Pumpe) unterschrieben die Städte des Industriedreiecks Spremberg, Weißwasser und Hoyerswerda einen LOI, um fortan gemeinsam, grenzübergreifend und in enger Kooperation mit der Wirtschaft Fachkräfte zu gewinnen. Ein starkes Zeichen bei einem, wenn nicht dem bedeutendstem Thema des Strukturwandels. Was jetzt allerdings noch fehlt, ist eine handfeste Unterstützung durch die Länder.

Weitere ‚starke‘ Geschichten aus der Lausitz

Die Altech Group zeigt bereits, womit Fachkräfte aus Frankreich und Dresden in die Region (zurück-)gelockt werden. Das alles sowie wie weitere spannende Beiträge über Macher, Unternehmer, deutschlandweit einzigartige Projekte Made in Lausitz usw. lesen Sie in der Sommerausgabe 2023 des »STARK für die LAUSITZ«-Magazins des WochenKurier. Das Magazin finden Sie kostenfrei in vielen Auslagenstellen in der Ober- und Niederlausitz sowie als E-Paper hier.

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