Oberlausitz-Kliniken stärken Herzmedizin in Bautzen

Die Oberlausitz-Kliniken gGmbH (OLK) erweiterten kürzlich ihre Kardiologie am Standort Bautzen und hoben die Versorgung von Herz-Kreislauf-Patientinnen und –Patienten in Ostsachsen damit auf Schwerpunktversorger-Niveau. Prof. Dr. Steffen Schön übernimmt die Leitung.

Aus der Frühjahrsausgabe des STARK für die LAUSITZ-Magazins 2025

Der erfahrene Kardiologe Prof. Dr. Steffen Schön hat kürzlich die Leitung der Abteilung übernommen – unterstützt von einem erfahrenen Oberärzte-Team: Prof. Dr. Carsten Wunderlich, Dr. Andreas Preißner, Dr. Alexander Francke und Privatdozent Dr. Stephan Wiedemann. Zusammen ergänzen sie das bereits bestehende kardiologische Team mit frischen Impulsen und bringen fachliche Expertise sowie neue, innovative Verfahren in die Herzmedizin nach Bautzen.

Prof. Dr. Steffen Schön verfügt über langjährige Erfahrung in der interventionellen Kardiologie. Er war viele Jahre als Ärztlicher Direktor und Chefarzt am Klinikum Pirna und am Herzzentrum Dresden tätig. Er hat sich insbesondere auf minimalinvasive Verfahren zur Behandlung von Herzerkrankungen spezialisiert und zahlreiche wissenschaftliche Publikationen in diesem Bereich veröffentlicht. Sein Fachwissen und seine Expertise werden maßgeblich zur Weiterentwicklung der kardiologischen Versorgung in Bautzen beitragen.
„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. Mit einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung ist in den kommenden Jahren mit einem weiteren Anstieg dieser Erkrankungen zu rechnen. Eine leistungsstarke und moderne kardiologische Versorgung in der Region ist daher unerlässlich, um Leben zu retten und die Lebensqualität der Menschen langfristig zu sichern“, betont Professor Schön. „Unser Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten in Bautzen und darüber hinaus Diagnostik und Therapie auf höchstem medizinischem Niveau zu bieten – wohnortnah und in enger Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen aus den haus- und fachärztlichen Praxen.“

Neubau der Katheterlabore und Etablierung der Rhythmologie

Im Zuge dieser strukturellen Neuausrichtung entstanden in der Bautzener Klinik für mehr als fünf Millionen Euro zwei neue, hochmoderne Herzkatheter-Labore, die seit Mai sowohl für Notfallpatienten als auch für geplante diagnostische Untersuchungen und therapeutische Eingriffe zur Verfügung stehen. „Mit insgesamt dann drei Herzkatheterlaboren erweitern wir die kardiologischen Behandlungsmöglichkeiten und deren Verfügbarkeit rund um die Uhr deutlich“ erklärt Prof. Schön. So können künftig beispielsweise über katheterbasierte Verfahren Herzklappen rekonstruiert werden oder Schirmchen bei Defekten in der Herzwand zur Schlaganfallprävention implantiert werden.
Neu etabliert wird zudem der sehr wichtige Bereich der Rhythmologie im Klinikum Bautzen. Neben bereits bewährten Verfahren, wie der Implantation von Ereignisrekordern, Herzschrittmachern und Defibrillatoren, werden mit den neuen Laboren auch Katheterverfahren zur Ablation von Herzrhythmusstörungen, wie beispielsweise Vorhofflimmern, zum Leistungsspektrum zählen.

Meilenstein in der Behandlung von Herzerkrankungen in der (Ober-)Lausitz

„Mit der Neuausrichtung und Weiterentwicklung unserer Kardiologie setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die medizinische Versorgung in der Region. Der Start von Herrn Prof. Schön und vier weiteren, hoch spezialisierten Oberärzten bedeutet nicht nur eine personelle Verstärkung, sondern auch eine deutliche Erweiterung unseres kardiologischen Leistungsspektrums.
Wir können unseren Patientinnen und Patienten nun modernste kardiologische Diagnostik und Therapie auf Schwerpunktversorger-Niveau anbieten – von der interventionellen Kardiologie, der Rhythmologie bis hin zur Behandlung von strukturellen Herzerkrankungen“, erklärt Jörg Scharfenberg, Geschäftsführer der Oberlausitz-Kliniken gGmbH. „Diese Weiterentwicklung ist ein klares Signal für die Zukunftsfähigkeit unserer Klinik. Wir investieren gezielt in die Qualität unserer medizinischen Leistungen und stärken damit die wohnortnahe, hochspezialisierte Versorgung. Ich freue mich sehr, unser neues kardiologisches Team willkommen zu heißen und bin überzeugt, dass wir gemeinsam neue Maßstäbe in der Herzmedizin in unserer Region setzen werden.“

Hochspezialisierte neue Verfahren werden etabliert

Derzeit vergeht kaum eine Woche am OLK Bautzen, in der nicht ein Verfahren zum ersten Mal in der Geschichte des Krankenhauses durchgeführt wird. Besonders im Blickpunkt stehen dabei Behandlungen von Herzrhythmusstörungen, die bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte des Landkreises Bautzen waren. „Schon die Nachricht, dass wir jetzt auch Ablationen – also moderne, minimalinvasive Verfahren zur Beseitigung von Herzrhythmusstörungen – hier in den Oberlausitz-Kliniken anbieten, hat eine enorme Resonanz ausgelöst.
Innerhalb weniger Tage waren wir bei einer Wartezeit von inzwischen fünf Monaten. Das macht deutlich, wie groß der Bedarf – und wie wichtig der Ausbau moderner kardiologischer Versorgungsstrukturen ist. Ohne dieses Angebot müssten die Patientinnen und Patienten bis nach Dresden ausweichen, wo teils ähnliche Wartezeiten bestehen“, erklärt Prof. Schön.

Möglich machen diese hochspezialisierten Verfahren neben Prof. Schön seine beiden Kollegen Prof. Dr. Carsten Wunderlich und Dr. Alexander Francke – zwei erfahrene Rhythmologen, die über eine umfassende Expertise auf diesem Gebiet verfügen.

NEUE VERFAHREN

Pulmonalvenenisolation: Die Pulmonalvenenisolation (PVI) ist ein spezialisierter, minimalinvasiver Eingriff zur Behandlung von Vorhofflimmern – der häufigsten Form von Herzrhythmusstörungen. Dabei werden elektrische Fehlzündungen in den Lungenvenen gezielt verödet, um das unregelmäßige Herzrasen zu stoppen. Dies geschieht meist durch eine sogenannte Katheterablation, bei der mit Hitze (Radiofrequenzablation), Kälte (Kryoablation) oder Hochenergie-Impulse (Pulsed Field Ablation) das störende Gewebe verödet wird. In der OLK setzen die Experten, wenn möglich auf die letztgenannte Technologie, denn diese ist das aktuell modernste, schonendste und schnellste Verfahren. Für viele Betroffene bedeutet dieser Eingriff eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität bei andauerndem Herzrasen und teils auch der Lebenserwartung, da der Eingriff helfen kann, das Vorhofflimmern dauerhaft zu beseitigen.

Verschluss eines Lochs im Herzen (PFO): Ein PFO-Verschluss ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem eine kleine, angeborene Öffnung zwischen den Herzvorhöfen – das sogenannte persistierende Foramen ovale (PFO) – mit einem Schirmchen verschlossen wird. Diese Öffnung bleibt bei etwa 25 Prozent der Menschen nach der Geburt bestehen und kann in seltenen Fällen das Risiko für Schlaganfälle erhöhen, wenn kleine Blutgerinnsel hierdurch ins Gehirn gelangen. Der Verschluss erfolgt über einen Katheter, meist durch die Leiste, wobei eine kleine Doppel-Scheiben-Prothese eingesetzt wird. Dieser Eingriff erfolgt über die Leiste, dauert nur etwa eine Stunde und senkt bei bestimmten Patientinnen und Patienten nachweislich das Schlaganfallrisiko.

Vorhofohr-Verschluss (LAA): Ein LAA-Verschluss (Left Atrial Appendage Closure) ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem das linke Vorhofohr – eine kleine Aussackung im Herzen – mit einer speziellen Plombe verschlossen wird. Besonders bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern, die keine Blutverdünner vertragen oder ein erhöhtes Blutungsrisiko haben, kann so das Risiko für schwerwiegende Blutungen deutlich gesenkt werden. Der Eingriff erfolgt über einen Katheter durch die Leiste und dauert etwa eine Stunde. Das Implantat verhindert, dass sich im Vorhofohr gefährliche Blutgerinnsel bilden können.

KONTAKT

Oberlausitz-Kliniken gGmbH Bautzen
Klinik für Innere Medizin I
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