Neues Unternehmen für innerdeutsche Flüge: AIR UNIQON startet mit Betriebs- und Kundencenter am Verkehrslandeplatz Welzow in der Lausitz

Exklusive Stärkung der Strukturwandelregion Lausitz: Luftfahrtkompetenz vor Ort als Impuls für Strukturwandel und regionale Wertschöpfung

C.M. Schwab

Am vergangenen Montag wurde erfolgreich die Aufnahme der innerdeutschen Verbindung zwischen dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER) und Friedrichshafen am Bodensee absolviert. Sie markiert den Startschuss für den Neuaufbau eines innerdeutschen Streckennetzes, das vom Verkehrslandeplatz Welzow im südbrandenburgischen Landkreis Spree-Neiße – unmittelbar an der Landesgrenze zu Sachsen – operativ gesteuert wird.

Die junge Fluggesellschaft Air Uniqon verbindet den Flughafen Berlin Brandenburg viermal wöchentlich mit Friedrichshafen. Damit gibt es erstmals seit rund zehn Jahren wieder eine direkte Luftverbindung zwischen Berlin-Brandenburg und einer der innovationsstärksten Wirtschaftsregionen Süddeutschlands. Das Angebot ist gezielt auf Geschäftsreisende ausgerichtet.

Air Uniqon wurde mit Unterstützung der regionalen Wirtschaft am Flughafen Friedrichshafen gegründet und arbeitet als virtuelle Airline mit einer Partnergesellschaft. Zum Einsatz kommen Turboprop-Maschinen vom Typ Bombardier Dash, die speziell für regionale Geschäftsverkehre ausgelegt sind.

Mit dem Start der Flugaktivitäten von Air Uniqon beginnt jedoch nicht nur ein neues Kapitel im innerdeutschen Luftverkehr, sondern auch ein neuer wirtschaftlicher Entwicklungspfad für die Strukturwandelregion Lausitz. Denn entscheidend aus regionaler Sicht ist nicht die einzelne Flugverbindung, sondern die Ansiedlung des operativen Betriebscenters der Airline am Flugplatz Welzow.

Die CIT GmbH, Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreis Spree-Neiße, hat die Entwicklung des Unternehmens von Beginn an begleitet und Welzow gezielt als Standort für das operative Management mitbetrachtet. Hier werden zentrale Funktionen gebündelt – von der Einsatzplanung über die operative Steuerung bis zur organisatorischen Weiterentwicklung des Flugbetriebs.

„Dass sich Air Uniqon mit seinem Betriebscenter für Welzow entschieden hat, ist ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort“, sagt Heike Gensing von der CIT Wirtschaftsförderung. „Hier entsteht keine symbolische Adresse, sondern reale Kompetenz vor Ort. Das ist ein erster Aufschlag, um den Standort perspektivisch zu erweitern und besser anzubinden. Das schafft qualifizierte Arbeitsplätze, Know-how und Entwicklungsperspektiven – und genau das brauchen Regionen im Strukturwandel.“

Der Standort Welzow bietet dafür geeignete infrastrukturelle Voraussetzungen und Entwicklungsspielräume. Aus Sicht der Wirtschaftsförderung liegt hier erhebliches Potenzial: für die Weiterentwicklung luftfahrtbezogener Dienstleistungen, für angrenzende technische und logistische Kompetenzen sowie für zusätzliche Wertschöpfungseffekte in der Lausitz.

„Strukturwandel bedeutet nicht nur neue Industrien, sondern auch neue Funktionen, neue Verantwortung und neue Kompetenzzentren“, so Gensing weiter. „Das Betriebscenter von Air Uniqon in Welzow ist dafür ein konkretes Beispiel – praxisnah, marktorientiert und entwicklungsfähig.“

Welzow mit klaren Alleinstellungsmerkmalen

Diese Einschätzung teilt auch Welzows Bürgermeister Hilmar Mißbach:
„Mit der Inbetriebnahme des Centers wird der Verkehrslandeplatz Welzow funktional deutlich aufgewertet. Entscheidend ist dabei die Ansiedlung flugaffinen Gewerbes, denn nur so lässt sich der Luftverkehrsstandort nachhaltig entwickeln. Das geplante Industrie- und Gewerbegebiet auf der Fläche des Flugplatzes – mit der besonderen Zulassung als Verkehrslandeplatz – eröffnet Möglichkeiten, die klassische Gewerbegebiete so nicht bieten.
Das Air Uniqon-Center ist ein wichtiger Baustein, um den gewerblichen Luftverkehr in Welzow weiter auszubauen und dauerhaft zu etablieren – sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr. Im Vergleich zu anderen ehemaligen Militärflugplätzen in der Lausitz verfügt Welzow über klare luftfahrttechnische Alleinstellungsmerkmale: hohe zugelassene Startgewichte, eine leistungsfähige Start- und Landebahn, vorhandene Servicetechnik wie Tankanlagen sowie die unmittelbare Nähe zum Wasserlandeplatz. Diese Kombination schafft besondere wirtschaftliche, aber auch touristische Entwicklungsperspektiven.“


Luftverkehr als wirtschaftliches Werkzeug

Auch aus Sicht der regionalen Wirtschaft wird das Projekt als strategische Chance bewertet. IHK Cottbus-Präsident Jens Warnken erklärt:
„Wir müssen bei der Entwicklung unserer Flugplätze genauer hinschauen und sauber unterscheiden. Es geht nicht darum, Schwerlasten oder Massengüter zu fliegen – das wäre der falsche Maßstab. Entscheidend ist Mobilität, Konnektivität und der Faktor Zeit. Für Unternehmer ist verlorene Zeit der größte Kostenblock.
Der Standort Welzow zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn man Luftverkehr nicht elitär denkt, sondern als wirtschaftliches Werkzeug. Hier geht es nicht nur um Fliegen, sondern um Steuerung, Vernetzung und neue Mobilitätsmodelle. Dass die operative Steuerzentrale ausgerechnet von Welzow aus arbeitet, ist ein starkes Signal für den Standort.
Solche unternehmerischen Initiativen erfordern Mut und Risiko – und genau das müssen wir anerkennen, unterstützen und aktiv promoten. Das ist kein Zufall, sondern eine echte Chance für die Region, die wir jetzt konsequent weiterentwickeln müssen.“

CIT: Standortentwicklung Welzow als bewusst gestalteter Prozess

Abschließend ordnet Heike Gensing, Geschäftsführerin der CIT Wirtschaftsförderung, die Bedeutung des Projekts für die Standortentwicklung ein:
„Mit Air Uniqon ist es gelungen, einen unternehmerischen Akteur für den Flugplatz Welzow zu gewinnen, der reale Dienstleistungsangebote nutzt und weiterentwickelt. Gerade in Zeiten digitaler Arbeitsprozesse ist es möglich, auch an vermeintlich peripheren Standorten hochprofessionelle Betriebs- und Kundencenter zu etablieren. Die CIT war frühzeitig in die Vorbereitung und Begleitung der Gespräche mit den Entscheidern eingebunden und wird das Unternehmen auch künftig bei weiteren Entwicklungsvorhaben unterstützen.“

Für den Landkreis Spree-Neiße sei dies ein wichtiger Baustein der wirtschaftlichen Entwicklung:
„Die Akquise und Begleitung von Investoren gehört zu unseren Kernaufgaben. Welzow wird in den kommenden Jahren einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landkreises leisten. Das Interesse am Standort ist groß, nicht zuletzt durch die Möglichkeiten des Strukturwandels. Gemeinsam mit dem aufgeschlossenen Rathaus, der Flugplatzgesellschaft und weiteren Partnern arbeiten wir daran, bestehende Rahmenbedingungen gezielt zu nutzen, erste Ansiedlungen umzusetzen und den Standort systematisch weiterzuentwickeln. Dieser Prozess wird fortgeführt – mit weiteren Partnern, einer fortgeschriebenen Machbarkeitsstudie und der Klärung zentraler Fragen zu Infrastruktur und Finanzierung.“


www.cit-wfg.de
www.airport-welzow.de
www.airuniqon.com

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