Millionen Fördermittel für die Zukunft des Bauens in Görlitz

In Görlitz soll an der Zukunft des Bauens geforscht werden. Das Labor dafür entsteht im Stadtteil Klingewalde.

Tony Keil

»Auch in der Bauwirtschaft werden Digitalisierung, künstliche Intelligenz und vernetzte Kommunikation zu tiefgreifenden Veränderungen führen«, sagt Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt. Damit der Freistaat bei dieser Entwicklung mithält, soll in Görlitz das Construction Future Lab (CFLab) entstehen. Unter dem Rubrum »Bauen 4.0« sollen in dem interdisziplinär arbeitenden Anwendung-, Entwicklungs- und Erprobungslabor neue Bau- und Baumaschinentechnologien entwickelt werden. Das Besondere an dem Labor: Es wird eng mit Partner aus der Wirtschaft zusammenarbeiten und die neuen Technologien im Idealfall bis zur Marktreife bringen. »Das CFLab wird keine in sich abgeschlossene Einheit. Wir versuchen, mit der Region, mit dem Knowhow das hier in den Unternehmen vorhanden ist, etwas aufzubauen«, sagt Professor Jens Otto von der TU Dresden. Der Wunsch ist natürlich, dass dann aus den in der Lausitz entwickelten Technologien auch neue Unternehmen hervorgehen, sich also Start-ups gründen.

Staatsminister Thomas Schmidt (rechts) übergab den Fördermittelbescheid im Görlitzer Rathaus an Projektleiter Dr.-Ing. Jürgen Weber.
Foto: T. Keil

Es geht also nicht nur um Grundlagenforschung, sondern um praktisch umsetzbare Technologien. »Gerade für die zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen unserer Bauwirtschaft, die sich keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen leisten können, soll das Projekt Ergebnisse bereitstellen«, sagt Staatsminister Schmidt. Da eine direkte Förderung von Unternehmen aufgrund der Rahmenbedingungen des Bundes nicht möglich ist, versuche man, Forschungsprojekte zu fördern, die möglichst anwendungsorientiert sind. »Wir wollen, dass am Ende Unternehmen davon profitieren«, so Schmidt.

CFLab entsteht in Klingewalde

Damit Baumaschinentechnologien im Realmaßstab untersucht und weiterentwickelt werden können, soll im Görlitzer Stadtteil Klingewalde neben einem Bürotrakt und Laboren auch eine etwa 1000 Quadratmeter große Werkhalle entstehen. Um diesen Bauprozess auf den Weg zu bringen, übergab der Minister am gestrigen Montag einen Fördermittelbescheid an Professor Jürgen Weber, Leiter des Projektes, und sein Team von der Technischen Universität Dresden. Bereits im vergangenen Jahr ist mit der Construction Future Lab gGmbH eine Tochtergesellschaft für die Umsetzung des Projekts gegründet worden.

Die jetzt übergebenen 9,1 Millionen Euro aus dem Strukturwandel-Topf sollen für den Erwerb des Grundstücks, die nötigen Planungsmaßnahmen, die Grundausstattung mit Medien und den Erwerb von Geräten genutzt werden. Insgesamt sind für das Projekt 15,3 Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregion eingeplant. Wann das CFLab seine Arbeit aufnehmen wird, ist noch nicht klar, schließlich stehen Planung und Bau noch aus. Man hoffe, 2024 mit dem Bau beginnen zu können. Erwartet werde eine Bauzeit zwischen einem und anderthalb Jahren. Nach Fertigstellung sollen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Klingewalde arbeiten.

Foto Titelbild: Unsplash

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