Lehrkräfte kommen künftig aus der Lausitz und Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger an der BTU Cottbus-Senftenberg steigt

Das Land Brandenburg weitet die Kapazitäten der Ausbildung von Lehrkräften aus und stärkt Hochschulstandort Senftenberg. Doch das ist nicht die einzige gute Nachricht von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), denn die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger zum aktuellen Wintersemester 2022/23 sind im Vergleich zum Vorjahr und entgegen des bundesweiten Trends gestiegen.

pm

Dafür sollen – vorbehaltlich der Haushaltsentscheidung des Landtages – im Jahr 2023 zusätzlich rund 5,21 Millionen Euro und im Jahr 2024 rund 7,1 Millionen Euro bereitgestellt werden. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZeLB) der Universität Potsdam, und das Institut zur Weiterqualifizierung im Bildungsbereich an der Universität Potsdam (WiB) e.V. werden in den kommenden Monaten gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium und dem Bildungsministerium ein Konzept für ein Grundschulstudium in Senftenberg entwickeln. Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle: »Bildung spielt für die Zukunftsfähigkeit und Resilienz unseres Landes eine herausragende Rolle. Hierzu gehört nicht zuletzt ein qualitativ hochwertiger Unterricht – aber dieser ist nicht ohne entsprechende Ausstattung an Lehrkräften möglich. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf: Die erst wenige Wochen alte Lehrermodellrechnung prognostiziert für Brandenburg einen deutlich weiter steigenden Bedarf an Lehrkräften, insbesondere im Primarbereich.

Künftig können Grundschullehrkräfte auch an der BTU Cottbus-Senftenberg ausgebildet werden. Foto: pixabay

Ich bin den Koalitionsfraktionen außerordentlich dankbar, dass sie rekordverdächtig schnell zusätzliche Mittel bereitstellen, damit wir insbesondere im Bereich der stark nachgefragten Primarstufe die Anzahl der Studienplätze weiter erhöhen können. Senftenberg ist dafür ein ausgezeichneter Standort: Die Stadt hat nicht nur geeignete Räumlichkeiten – die Entscheidung stärkt zudem den Hochschulstandort und die Attraktivität der Region: Junge Leute, die hier studieren, werden später auch eher eine Schule in der Lausitz wählen. Die ersten Lehramtsstudierenden sollen bereits im Wintersemester 2023/24 in Senftenberg starten – das ist mein Ziel. Ich weiß, das ist hoch ambitioniert und setzt uns alle miteinander unter Druck. Aber wir brauchen die Lehrkräfte und wir brauchen sie schnell. Ich bin allen Partnern außerordentlich dankbar, dass sie sofort und mit großer Begeisterung bereit waren, mit uns ein Konzept dafür zu entwickeln.«

»Eine gute Nachricht für die Uni. Eine gute Nachricht für die Region. Eine sehr gute Nachricht für die Stadt«, sagt Bürgermeister Andreas Fredrich und begrüßt die Entscheidung der Landesregierung, das Grundschul-Studium in Senftenberg aufzubauen. »Das stärkt den Campus Senftenberg und wird mit Sicherheit einen guten Beitrag für die Lehrkräfteversorgung in der Region sein.« Der Lehrkräftebedarf wird auf der Grundlage der Lehrermodellrechnung des Landes berechnet. Auf dieser Grundlage hat das Land Brandenburg die Zahl der Studienanfängerplätze im Lehramt an der Universität Potsdam seit 2019 von 650 auf mittlerweile knapp 1.100 Bachelor-Studienanfängerplätze erhöht. Dies ist die höchste Zahl von Studienplätzen seit Bestehen des Landes.

Gegen den Trend: Mehr Immatrikulationen an der BTU

Sehr viel mehr junge Menschen als im Vorjahr haben sich zum aktuellen Wintersemester 2022/23 für ein Studium an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) beworben. Die Zahl der Studienanfänger*innen im ersten Fachsemester stieg dabei von 1.480 auf 1.626.

Dazu kommen noch 120 Studierende, die ihr Studium in höheren Semestern an der BTU aufgenommen haben, sowie 100 im Orientierungsstudium College+ und in den Programmen Brücke zum Studium und ESiSt (Erfolgreicher Studieneinstieg für internationale Studierende). Mit insgesamt weit über 1.800 Immatrikulationen zum Wintersemester findet die positive Entwicklung der Studienanfänger*innenzahlen an der BTU das zweite Jahr in Folge ihre Fortsetzung. Die Gesamtzahl der Studierenden der Universität bleibt bei 6.800 stabil.

Der Vizepräsident für Studium und Lehre der BTU Cottbus-Senftenberg, Prof. Dr. Peer Schmidt, erklärt dazu: „Dass wir entgegen des bundesweiten Trends signifikant mehr Bewerbungen generieren und die Zahl der Immatrikulationen erhöhen konnten, freut uns außerordentlich. Dieser Erfolg bestätigt, dass wir auf dem richtigen Wege sind, die Studienangebote der BTU noch attraktiver zu gestalten. Wir haben in neue Studiengänge investiert und dabei spannende Themen adressiert, die die Studierenden als besonders zukunftsgerichtet wahrnehmen. Ich denke hier vor allem an die Studiengänge Digitale Gesellschaft, Bau- und Kunstgeschichte und Medizintechnik sowie die neuen Angebote auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Darüber hinaus entwickeln wir – zum Beispiel in den Studiengängen Architektur sowie Städtebau und Stadtplanung – innovative Studiengangskonzepte konsequent weiter.“

Als besonders attraktiv für Studieninteressierte erweisen sich die Masterangebote der BTU, darunter vor allem die internationalen Studiengänge wie Artificial Intelligence mit allein 130 Einschreibungen, Environmental Ressource Management, World Heritage Studies sowie Power Engineering. Bei den internationalen Studiengängen hat die BTU eine führende Rolle in Deutschland inne und zieht Studierende aus aller Welt nach Cottbus und Senftenberg.
Im Bachelor-Bereich sind die Studiengänge Soziale Arbeit, Biotechnologie, Architektur, Städtebau und Stadtplanung sowie Bauingenieurwesen sehr erfolgreich. Die klassischen Studiengänge einer Technischen Universität wie Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen gewinnen wieder.

Von den 6.800 Studierenden der BTU Cottbus-Senftenberg kommen 40 Prozent aus dem Ausland. Internationale Studierende aus 125 Ländern sind an der BTU eingeschrieben, wobei Indien, der Iran und die Ukraine am stärksten vertreten sind. 43 Prozent der internationalen Studierenden sind weiblich. Der Frauenanteil an der Gesamtstudierendenzahl der BTU beträgt ebenfalls 43 Prozent.

Das Studienangebot der BTU umfasst derzeit 29 Bachelor-Studiengänge, 32 Master-Studiengänge sowie vier Promotions- / Ph.D.-Programme.

Mehr Informationen unter: www.b-tu.de

Neue attraktive Studienangebote hat die BTU unter anderem auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz etabliert. Foto: BTU, Sebastian Rau

Foto Titelbild: pixabay

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