Landesplanung Berlin-Brandenburg veröffentlicht Beurteilung zum Kupferbergbau in Spremberg
Die Wiederbelebung des Kupferbergbaus in Spremberg beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger in der Lausitz schon seit einigen Jahren. Neben großen wirtschaftlichen Chancen für die Region weckt dieses Projekt gleichzeitig Ängste und Befürchtungen. Infoveranstaltungen in Haidemühl und Schleife Anfang dieses Jahres bestätigten das. Jetzt hat die Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg seine Beurteilung zum brandenburgischen Raumordnungsverfahren herausgegeben.
pm / Jannis Simons
Die Kupferschiefer Lausitz GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, Anfang der 2030er Jahre mit modernem Bergbau Kupfer in der Lausitz zu fördern. Im Rahmen des seit 2012 laufenden Verfahrens hat das Referat 5 der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg (GL5) nun seine landesplanerische Beurteilung veröffentlicht. Darin ist die Behörde zur Einschätzung gekommen, „dass die Raumverträglichkeit des Vorhabens nicht festgestellt werden kann“.
„Diese Beurteilung beruht auf sowohl einzelnen raumordnerischen Konflikten als auch auf ihrer kumulativen Wirkung. Diese betreffen insbesondere:
- raumbedeutsame Auswirkungen der abbaubedingten Bodenbewegungen,
- raumbedeutsame Auswirkungen der beabsichtigten Einleitung chlorid- und sulfathaltigen Grubenwassers in die Spree,
- offene Fragen der Trinkwasserverfügbarkeit und Brauchwasserverfügbarkeit, möglicher Beein-trächtigungen des Wasserwerkes Spremberg sowie der Wasserfassung Groß Luja und daraus resultierenden potenziellen gravierenden Folgen für die Region sowie
- raumbedeutsame Auswirkungen und offene Fragen der beabsichtigten Verwahrung der Aufbereitungsrückstände (Tailings).
Das Ergebnis des Raumordnungsverfahren stellt keine Beurteilung der grundsätzlichen Genehmigungsfähigkeit eines Abbaus der Kupferschieferlagerstätte Spremberg-Graustein dar. Die erfolgte Prüfung und die Bewertung beziehen sich auf das vom Unternehmen konkret beantragte Vorhaben auf Basis der eingereichten Unterlagen. Die landesplanerische Beurteilung ist vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) bei der Beantragung einer bergrechtlichen Genehmigung zu berücksichtigen“, heißt es auf der Webseite der GL5. Die landesplanerische Beurteilung kann in voller Länge auf 218 Seiten hier kostenfrei gelesen werden.
KSL: „Moderner Bergbau ist in Spremberg möglich“
„Wir sehen uns in der besonderen Verantwortung, als eines der ersten Bergbauvorhaben seit vielen Jahrzehnten in Deutschland grundlegende Fragen und neue Standards für den modernen Bergbau mitzuentwickeln“, so Blas Urioste, Country Manager KSL. Für das Spremberger Unternehmen sei die Entscheidung der Behörde daher eine Chance, den bereits über zwölf Jahre andauernden Antragsprozess neu zu strukturieren und auf die heute relevanten Fragenstellungen anzupassen, heißt es in einer Pressemittteilung.
„Wir sind weiterhin fest davon überzeugt, so komplex das Thema ist: Moderner Bergbau ist in Spremberg möglich. Wir teilen die Einschätzung der Behörde, dass eine vertiefende Betrachtung weiterer Fragen, die sich im Verfahren neu ergeben haben, wichtig ist. Deshalb werden wir die detaillierte landesplanerische Beurteilung nun umfassend analysieren und in enger Abstimmung mit den Behörden nächste Schritte festlegen“, so Urioste weiter. Nach zwölf Jahren sind für KSL Planungssicherheit und eine klar definierte Verfahrensroadmap die wichtigsten Prämissen. Nur so könne das Unternehmen in den kommenden Jahren zur Versorgungssicherheit Deutschlands mit wichtigen Zukunftsrohstoffen beitragen.
Die in der Lagerstätte „Spremberg-Graustein-Schleife“ vorhandenen Ressourcen belaufen sich gemäß aktueller Berechnungen auf rund 1,5 Millionen Tonnen metallischen Kupfers und sollen über einen Zeitraum von 20 Jahren so effizient und ressourcenschonend wie möglich abgebaut werden. Da das Vorhaben die Landesgrenze zu Sachsen überschreitet, wurde im August das Raumordnungsverfahren auf sächsischer Seite gestartet. KSL rechnet damit, dass die Landesdirektion Sachsen im ersten Quartal 2024 zu einer Beurteilung kommen wird.
Kurzer Blick zurück: STARK für die LAUSITZ vom WochenKurier war auf beiden Infoveranstaltungen in Spremberg und in Schleife dabei. Die wichtigsten Erkenntnisse könnt ihr hier noch einmal kostenfrei nachlesen:
- Zwischen Chancen und Ängsten – Kupferbergbau polarisiert Spremberger
- Kupferabbau in Schleife: Erklingt hier bald der Bergmannsgruß?