KiEZ Querxenland hat Chance auf Strukturfördermittel
Das Kinder- und Erholungszentrum (KiEZ) Querxenland in Seifhennersdorf will saisonverlängernde Angebote schaffen. Mit Geldern aus dem Strukturfördertopf soll ein neues Mehrzweckgebäude entstehen. Davor gibt es aber noch viel zu tun.
Tony Keil
Anfang dieses Jahres erreichte das KiEZ Querxenland die frohe Botschaft: Der Bund gab grünes Licht für das Projekt »Gut-Drauf-Komplex« am KiEZ Querxenland in Seifhennersdorf. Das war ein weiterer bedeutender Schritt, der das Kinder- und Jugenderholungszentrum künftig wetterunabhängiger machen und damit die Saison verlängern soll. Der Name rührt von dem gleichnamigen Programm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) her, dass gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Stressregulation bei Kindern und Jugendlichen fördert. Als bislang einzige Einrichtung in Sachsen ist das Querxenland als »Gut-Drauf-Unterkunft« zertifiziert.
Auf einer bis dato genutzten Parkplatzfläche soll ein 50 mal 50 Meter großes Mehrzweckgebäude entstehen. Darin soll Sportfelder und eine Kletterwand, eine Bowlingbahn, eine Bühne und eine Großküche mit Speisesaal für 300 Personen geben. Mit den dadurch gewonnen neuen „Indoor-Möglichkeiten“ soll die Saison verlängert und die Zahl der Übernachtungen von 50.000 im Jahr auf rund 60.000 gesteigert werden.
Aktuell ist das KiEZ geschlossen und öffnet erst mit Beginn der Winterferien wieder seine Pforten. Dieser Zustand ist jedoch nur den hohen Energiepreisen geschuldet, üblicherweise ist das Querxenland auch im Winter geöffnet. Der neue Komplex soll hier aber mehr Möglichkeiten bieten. Und auch im Frühling, Sommer und Herbst hilft er bei schlechtem Wetter. Die Großküche nebst Speisesaal ist nötig, weil aktuell mit einem Behelfsprovisorium aus den 50er-Jahren gearbeitet wird. Die derzeit rund 150.000 Mahlzeiten pro Jahr werden in drei verschiedenen Gebäuden auf drei unterschiedlichen Ebenen zubereitet. »Wir freuen uns sehr, dass wir bald eine richtige Großküche haben und die Versorgung der Gäste zeitgemäß und adäquat gewährleisten können«, sagt der Geschäftsführer, Thomas Lehmann. Um die Kosten für die Betreibung des Gebäudes so gering wie möglich zu halten, sind Solar- und Photovoltaikpaneele geplant, um selbst für Warmwasser und Strom zu sorgen.

Ende 2026 muss alles stehen
Vor dem ersten Spatenstich ist allerdings noch ein Stück Weg zu gehen. »Die Zusage vom Bund bedeutet, dass wir jetzt den Fördermittelantrag vorbereiten«, erklärt Geschäftsführer Thomas Lehmann. Das muss in den nächsten sechs Monaten erfolgen. Parallel läuft die europaweite Ausschreibung der Bauleistungen. Denn anders als bei der Einreichung an den Regionalen Begleitausschuss (RBA), bei dem eine Kostenschätzung verlangt war, braucht es für den Fördermittelantrag bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) eine Kostenberechnung. Für den aktuellen Geschäftsführer und seinem Vorgänger, Rüdiger Schaper, der ihn als Vorstandsmitglied hier unterstützt, bedeutet das eine Menge Arbeit.
Was den Aufwand nicht kleiner macht, ist die Tatsache, dass die Anträge online eingereicht werden müssen. Die Systeme bei der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung (SAS) und der Sächsischen Aufbaubank sind jedoch nicht kompatibel. Mit dem ersten Antrag wurde das Projekt bis in den RBA gebracht. Der jetzige Antrag ist aber entscheidend für die Vergabe der Fördermittel. Also muss jetzt für die SAB alles nochmal geschrieben werden. Aus dem Antrag an die SAS lässt sich nichts übernehmen.
Das KiEZ Querxenland will sich jedoch nicht beklagen. »Wir sind sehr froh, dass wir die Chance auf die Strukturwandel-Gelder haben«, sagt Rüdiger Schaper. Er geht aktuell davon aus, dass das Projekt rund 19 Millionen Euro kosten wird, wovon, so hofft er, 90 Prozent gefördert werden. »Wer so viel Geld bekommt, der muss auch damit leben, dass das mit hohem Aufwand verbunden ist.« Bis Mitte Juli muss der Antrag an die SAB eingereicht sein. Im KiEZ hofft man, dass bis Ende des Jahres die Bewilligung da ist. 2024 wird dann hauptsächlich für Planungsarbeiten benötigt. »Wenn alles gut läuft, können die ersten Bauarbeiten im Herbst 2024 beginnen«, sagt Geschäftsführer Thomas Lehmann. 2025 soll dann der Rohbau, 2026 der Innenausbau folgen. Bis Ende 2026 muss das Projekt gänzlich abgeschlossen sein.