„Junge Lausitz“ will in Entscheidungspositionen – Nächster Halt: Kommunalwahlen in Brandenburg und Sachsen

Das parteiübergreifende Netzwerk „Junge Lausitz“ will den Strukturwandel weiter mit frischen Impulsen stärken. Mit der nächsten Förderung wird das Bündnis junge Kandidierende bei den Kommunalwahlen 2024 in Brandenburg und Sachsen unterstützen. Warum die kommunalen Parlamente für den Verein »the place to be« sind und wer für eine Förderung alles in Frage kommt.

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Mit sogenannten „Booster-Stipendien“ will der Verein Junge Lausitz (JL) dafür sorgen, dass der Kommunalwahlkampf 2024 ambitionierter wird als bisherige Wahlkämpfe auf dieser Ebene. „Die Lausitz steht vor riesigen Veränderungen und dementsprechend vor wichtigen Entscheidungen, in welche Richtung sich die Region entwickelt. Diese Richtungsentscheidungen müssen im Wahlkampf Thema sein. Wir können es uns nicht leisten, im Kommunalwahlkampf nur über Personen und Parteien, statt über die Themen, die jetzt für die Region relevant sind, zu sprechen“, mahnt die Vorsitzende des Vereins, Laura Staudacher. Neben Informations-Workshops an Schulen zur Bedeutung von Kommunalwahlen durch die JL, sollen vor allem finanzielle Förderungen junge Kandidierende unterstützen, innovative Wahlkampf-Methoden durchzuführen. Dafür wird die JL in den nächsten anderthalb Jahren von „Join Politics“ nochmals mit 50.000 Euro gefördert. Die Auswahl der Kandidierenden, die von der Förderung profitieren werden, soll durch eine überparteiliche Jury erfolgen. Diese Jury und die genauen Kriterien für die Auswahl will die JL noch innerhalb ihres mittlerweile rund 80 Mitstreiter großen Netzwerkes festlegen und erarbeiten. Grob gesagt müssen die Kandidierenden, die für eine Förderung in Frage kommen, den Strukturwandel als Chance begreifen und für die Lausitz durch ehrenamtliches Engagement, ihren Beruf o.Ä. stehen.

Die Junge Lausitz um das Vorstands-Trio Justus Gutsche, Laura Staudacher und Jannis Simons (v.l.) will junge Menschen für Kommunalpolitik begeistern.
Foto: Sebastian Karas (Noodle Media)

Kommunalpolitik – „the place to be“

In den kommunalen Parlamenten werden die Entscheidungen getroffen, die eine Region für junge Menschen lebenswert macht, lautet der Tenor der JL. „Über die Ansiedlung von Unternehmen mit spannenden Arbeitsplätzen, über die Möglichkeiten, ein Eigenheim zu bauen und über das Kultur- und Freizeitangebot vor Ort entscheiden nicht Bundes- oder Landtag. „Deshalb sind die kommunalen Parlamente unser »place to be«“, meint Staudacher. In den ersten Monaten des Bestehens habe die JL nach vielen Gesprächen mit Landräten, Bürgermeistern, Landtagsministern und Geschäftsführern vor allem eins gelernt: Dass Lobbyieren manchmal nicht reicht.

„Bisher haben wir das Gespräch mit Entscheidern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft gesucht, um sie von unseren Ideen zu überzeugen. Bei dem einen trifft man auf offene Ohren, bei der anderen weniger. Doch selbst wenn unsere Themen aufgenommen wurden, hatten wir oft das Gefühl, dass sie für die Entscheider nicht die gleiche Relevanz hatten wie für uns“, resümiert die Vorsitzende. Deshalb will das Netzwerk nun den nächsten Schritt gehen, um von Impulsgebern zu Entscheidern zu werden.

Sommerfest für alle Interessierten

Um den Gewinn der nächsten Förderung zu feiern und über das zu informieren, was das Netzwerk konkret für die nächsten Monate und mit Blick auf die Kommunalwahlen plant, lädt die Junge Lausitz zum Sommerfest am 12. September ab 19 Uhr in die Strandpromenade Cottbus ein. Für Essen und Getränke sei gesorgt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Um eine Voranmeldung per E-Mail an kontakt@junge-lausitz.de wird gebeten.

Ein kurzer Blick zurück: Nach der formalen Vereinsgründung Anfang des Jahres 2022 nahm die Junge Lausitz mit einem Kick-off-Metting Ende März in Cottbus erstmals richtig Fahrt auf. Danach hat das offene Netzwerk in drei sogenannten „Zukunftswerkstätten“ einen Perspektivplan mit jungen innovativen Ideen entwickelt und diesen anschließend zahlreichen Entscheidungsträgern der Region aus Politik und Wirtschaft sowie Interessensvertretern vorgestellt. Ein Highlight war dabei sicherlich die „Lausitz Future Night“ Ende November.

Grafik: Junge Lausitz

Mit einem Plakatwagen machte das Netzwerk auch schon in der Bundeshauptstadt Berlin auf sich aufmerksam. Mit weiteren Kick-off-Veranstaltungen in Hoyerswerda und Görlitz haben sie inzwischen auch Mitstreiter in der sächsischen Lausitz dazugewonnen. Dort erarbeiten junge Oberlausitzerinnern und Oberlausitzer aktuell einen auf die sächsische Lausitz fokussierten Perspektivplan. Insgesamt sind es inzwischen etwa 80 junge Menschen, die gemeinsam an der Zukunft ihrer Heimatregion arbeiten. Die Junge Lausitz wurde darüber hinaus in den Wirtschaftsbeirat der Stadt Cottbus vom Oberbürgermeister Tobias Schick persönlich und in zwei Fachjurys, u.a. vom LEX-Gründerpreis der Wirtschaftsinitiative Lausitz, berufen.

Foto Titelbild: James Zabel

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