Jugend engagiert sich für die Jugend im Strukturwandel
Von Jannis Simons
Nur wenn die Herausforderung angenommen wird und man sich auf den Weg macht, kann Neuland erobert werden und der Neuanfang erfolgreich sein. Mit dieser Sicht lässt sich auch der Strukturwandel betrachten. Unter der Rubrik „Menschen im Strukturwandel“ stellen wir Akteure des Strukturwandels und Personen vor, die bereit sind, Neuland zu betreten und den Strukturwandel zwar kritisch, aber vor allem als Chance betrachten, die es zu nutzen gilt.
Oskar Schutza ist 16 Jahre alt und derzeit Schüler an der Oberschule in Schleife. Schon jetzt bringt er sich aktiv im Strukturwandelprozess ein, indem er sich vor einem Jahr der Initiative „Jugendwandeltstrukturen“ (JWS) aus Cottbus angeschlossen hat.
Oskar lernte die Gruppe auf einem Meeting der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) im Mai 2021 mit ihrem Programm „#Mission2038“ in Weißwasser kennen und realisierte seitdem bereits einige Projekte mit JWS. So erarbeitete die Initiative in enger Zusammenarbeit mit der DKJS vor kurzem einen Info-Flyer zum Strukturwandel, der den komplexen Prozess vor allem Schülern verständlich erklärt. Er soll Jugendliche und junge Erwachsene aber auch zur Mitgestaltung der Region motivieren, Chancen und Möglichkeiten aufzeigen, wie und wo man sich ehrenamtlich engagieren und etwas bewegen kann. Sie planen ebenso Workshops zu diesem Thema an Schulen, Jugendclubs und ähnlichen Einrichtungen.
Die sechsköpfige Gruppe steht vorbildhaft für lausitzweite Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg. Für den 16-jährigen Oskar ist es zwar nicht immer leicht, von seiner Heimatstadt Weißwasser in die brandenburgische Lausitz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen. Doch die digitale Welt bietet ja bekanntlich viele Möglichkeiten, um sich kurz mal auszutauschen.

Oskar Schutza
»Zukunft braucht Veränderung und jeder kann sich selber daran beteiligen.«
Foto: Simons
Oskar sieht den Strukturwandel als Chance auf „bessere Bildungsmöglichkeiten und eine größere Berufsauswahl in der Region.“ Die geplanten neuen Angebote schnellstmöglich zu schaffen, sollte oberste Priorität haben, mahnt der junge Lausitzer. „Nur dann können wir größere Abwanderungen vermeiden.“ Oskar will auf jeden Fall in seiner Heimat bleiben und die neugeschaffenen Angebote nutzen. Er möchte studieren und später mal wissenschaftlich arbeiten. Nach seinem 10. Klasse-Abschluss in diesem Jahr muss er dafür aber zunächst ein berufliches Abitur ablegen. Dieses wird Oskar, der in seiner Freizeit auch Orgel und Klavier spielt, voraussichtlich in Görlitz machen.
„Zukunft braucht Veränderung und jeder kann sich selber daran beteiligen“, sagt Oskar. Wenn noch mehr Jugendliche wie Oskar und die Gruppe JWS nicht nur so optimistisch in die Zukunft blicken, sondern sich auch so vielfältig in und für die Lausitz engagieren, wäre ein ganz wichtiger Schritt im Strukturwandel gemacht. Junge Menschen sind schließlich die Zukunft. Für sie wird dieser Prozess letztendlich gemacht.
Der Flyer ist unter www.mission2038.de/jws zu finden.
Mehr Infos zum Strukturwandel hier: