Handwerks-Abenteuer in Großräschen

21 Jugendliche erlebten beim Sommercamp der Handwerkskammer Cottbus handwerkliche Berufsorientierung mit Spaß

Jannis Simons

Sieben Mädchen und 14 Jungs nahmen in der vergangenen Woche am Sommercamp der Handwerkskammer Cottbus (HWK) teil. HWK-Präsidentin Corina Reifenstein und Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg besuchten die Camp-Teilnehmer am Freitag im Lehrbauhof in Großräschen.

Dort lernten die Jugendlichen verschiedene Berufe wie Bäcker, Maurer, Metallbauer oder Zimmerer kennen. Sie kamen aus dem gesamten Kammerbezirk der HWK Cottbus, beispielsweise aus den Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Spree-Neiße. Am Vormittag wurde in den Werkstätten des Lehrbauhofes in Großräschen gebaut oder Baustellen und laufende Betriebe besucht. Hendrik Schulz, Campleiter der HWK, dankte den Unternehmen Café Schauwerk aus Altdöbrern, der Terpe Bau GmbH aus Spremberg oder der AMS Alteno GmbH aus Luckau, die sich für die Teilnehmer viel Zeit nahmen. Am Nachmittag stand das Freizeitvergnügen im Vordergrund. Ob Stand-Up-Paddling oder grillen am selbstgebauten Grill: Der Spaßfaktor war hoch. Übernachtet haben die Jugendlichen auf dem Gelände des Lehrbauhofes in eigenen Zelten.

»Wir machen das mit Nachhaltigkeit«

Rund 160 Jugendliche haben schon an den Sommercamps der HWK in den letzten fünf Jahren teilgenommen. Einige von ihnen begannen danach eine handwerkliche Ausbildung. HWK-Präsidentin Reifenstein: »Wir machen das mit Nachhaltigkeit, denn ich bin mir sicher, dass wir damit wieder Jugendliche für das Handwerk begeistern konnten. Da war so viel Begeisterung und Leidenschaft dabei bei allen Stationen, die die Jugendlichen im Rahmen dieses Sommercamps erleben konnten.« Die Praxis ab der 5. Klasse schon eher in das Schulsystem einzubinden, beispielsweise durch Praxistage oder regelmäßige Unternehmensbesuche, ist ein Wunsch der Präsidentin, den sie direkt an den Bildungsminister hinantrug. »Brandenburg kann auch mal Vorreiter in Sachen Bildung sein«, betonte Reifenstein und verwies neben 500 besetzten Azubistellen zum neuen Lehrjahr auf noch 400 unbesetzte Plätze im Kammerbezirk. Bei so vielen Ausbildungsberufen falle es jungen Leuten schwer, diese inhaltlich zu fassen. Daher sei es wichtig, frühzeitig Leidenschaft für diese Berufe zu entwickeln. Dabei sollten sie auch schon in der Schulzeit gezeigt bekommen, wofür sie die ganze Theorie, die sie dort erlernen, später gebrauchen könnten, bspw. um einen 45-Grad-Winkel auf der Bodenplatte festzulegen oder die Zutaten in einer Bäckerei auszurechnen. »Handwerk ist das Rückgrat unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Wir wollen mit Aktionen wie diesen, junge Leute frühestmöglich für das Handwerk zu gewinnen«, mahnt auch Hendrik Schulz.

»Ich werde nächsten Sommer auch wieder hier sein«

Die 14-jährige Isabell-Marie aus Lübbenau wurde durch ihre Schule auf dieses Camp aufmerksam. Besonders fasziniert hat sie der Berufs des Bäckers. Nach dem Besuch der Gruppe beim Café Schauwerk konnte sie dort gleich ihren Praktikumsvertrag unterschreiben. »Es hat großen Spaß gemacht und man findet neue Freunde«, empfiehlt sie allen künftigen Interessierten. Nick (16 Jahre) aus Dahme-Mark war schon beim zweiten Mal mit einem Kumpel dabei, den er im Sommercamp vergangenen Jahres hier kennengelernt hat. Ihn begeisterten vor allem die Maurertätigkeiten mit den einhergehenden Herausforderungen durch unterschiedliche Materialbeschaffenheiten. »Ich werde nächsten Sommer auch wieder hier sein«, so der Neuntklässler. Beruflich könnte er sich aktuell nach der 10. Klasse einen Beruf im Kfz-Bereich vorstellen.

Info

2024 sind zwei Camps – vom 29. Juli bis 2. August und vom 19. bis 23. August 2024 – geplant. Erste Anmeldungen liegen bereits vor. Alle Informationen dazu unter: www.hwk-cottbus.de/sommercamp.

Wie das BBZ Bautzen neue Wege bei der frühzeitigen Berufsorientierung geht, erfahrt ihr übrigens hier. Weitere spannende Beiträge über Macher, Unternehmer, deutschlandweit einzigartige Projekte Made in Lausitz usw. lesen Sie in der Sommerausgabe 2023 des »STARK für die LAUSITZ«-Magazins des WochenKurier. Das Magazin finden Sie kostenfrei in vielen Auslagenstellen in der Ober- und Niederlausitz sowie als E-Paper hier.

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