Glasfaserausbau macht Industriepark Schwarze Pumpe zum Universitätsstandort
Kürzlich konnte der Industriepark Schwarze Pumpe einen weiteren Meilenstein in seiner Entwicklung feiern. Rund 160 ansässige Firmen und Gewerbetreibende können sich durch den bald beginnenden Glasfaserausbau auf Highspeed-Internet freuen. Damit schlägt der Standort eine ganz neue Richtung ein und wird auch für Universitäten interessant.
pm / Jannis Simons
Die envia TEL GmbH sorgt im Industriepark Schwarze Pumpe (ISP) bald für schnelles Internet und startet Anfang August mit dem dortigen Glasfaserausbau. Am 13. Juli fand dazu der symbolische Spatenstich statt. Insgesamt über 160 ansässigen Firmen und Gewerbetreibenden steht nach Fertigstellung Highspeed-Internet mit Übertragungsgeschwindigkeiten bis 100 Gigabit pro Sekunde zur Verfügung. Bei dem Projekt wird der sächsische Teil des Industrieparks in der Gemeinde Spreetal im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitband über das Sonderprogramm Gewerbegebiete mit einer Fördersumme von 2,5 Millionen Euro zu 50 Prozent vom Bund, zu 40 Prozent vom Land Sachsen und zu 10 Prozent durch einen Eigenanteil des Landkreises Bautzen finanziert. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung hatte envia TEL den Zuschlag vom Landratsamt Bautzen erhalten. Der brandenburgische Teil des Industrieparks wird durch den regionalen Telekommunikationsdienstleister mit Sitz in Markkleeberg (Landkreis Leipzig) eigenwirtschaftlich und damit ohne Fördermittel ausgebaut. Die Fertigstellung des gesamten Ausbauprojektes ist im Herbst 2024 geplant. „Mit dem Sonderaufruf ‚Gewerbegebiete‘ werden 65 Gewerbegebiete mit 900 Adressen im Landkreis Bautzen mit Breitband erschlossen. Gerade für Unternehmen ist es wichtig, wettbewerbsfähig zu sein und schnelles Internet nutzen zu können“, sagt der Bautzener Landrat Udo Witschas. Für Manfred Heine, Bürgermeister der Gemeinde Spreetal und ehrenamtlicher Vorsteher des Zweckverbandes Industriepark Schwarze Pumpe war der Tag des Spatenstichs „ein großartiger Tag“ für den Standort. „Damit machen die hier ansässigen Firmen medial gesehen einen Quantensprung“, äußerte sich Heine sehr erfreut. Die Wünsche seitens der Firmen nach schnellerem Internet gäbe es schon eine Ewigkeit. Heine berichtet in dem Zusammenhang von einem Sender oben am Kraftwerk als Übergangslösung, der die Unternehmen ein Stück weit mobiler machte.

Foto: envia TEL
Behinderungen durch Bauarbeiten?
envia TEL verlegt im Industriepark insgesamt mehr als 50 Kilometer Glasfaserkabel. Bei der Verlegung der Kabeltrassen kommt vorrangig das Spülbohrverfahren zum Einsatz, bei dem unterirdische Kabelkanäle durch Böden und Gestein getrieben werden. Dies erspart das Aufgraben von Freiflächen und Verkehrswegen und reduziert so Straßensperrungen. „Die Glasfaser gehört heutzutage zu den wichtigsten Standortfaktoren und ist essenziell für neue Firmenansiedlungen. Sie ist die Basistechnologie für die Verarbeitung der rasant wachsenden Datenmengen in den Bereichen Autonomes Fahren oder Telemedizin und moderne IT-Anwendungen. Mit dem Glasfaserausbau machen wir den Industriepark Schwarze Pumpe fit für das Gigabitzeitalter“, sagt Stephan Drescher, envia TEL-Geschäftsführer. Dieser Ausbau sei ein echter Segen für das weitere Werben von Unternehmen und Investoren für den Standort Schwarze Pumpe.
Gespräche mit Hochschulen und Universitäten
„Aktuell laufen viele Gespräche mit Hochschulen und Universitäten, wie z.B. mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, der Technischen Universität Dresden, der Hochschule Zittau/Görlitz oder der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Sie alle wollen helfen, den Strukturwandel hier zu meistern“, erklärt Manfred Heine. Diese wollen beispielsweise Themen wie die Kreislaufwirtschaft oder Biomethanol untersuchen. Verbindungen mit den hier ansässigen Unternehmen wurden schon aufgenommen. „Wir schlagen im Industriepark plötzlich eine komplett neue Richtung ein“, freut sich Heine. Ein verstärktes Miteinander mit den Universitäten wurde schon seit längerem gewünscht. Ein weiterer wichtiger Schritt wurde mit der Glasfasererschließung nun vollzogen, der nicht nur den Industriepark vielfältiger macht, sondern die gesamte Lausitz im Strukturwandel stärker macht.
Ein Unternehmensnetzwerk rund um den Industriepark Schwarze Pumpe hat die Gewinnung von neuen Arbeitskräften übrigens jetzt selbst in die Hand genommen und die Altech Group zeigt bereits, womit Fachkräfte aus Frankreich und Dresden in die Region (zurück-)gelockt werden. Das alles sowie wie weitere spannende Beiträge über Macher, Unternehmer, deutschlandweit einzigartige Projekte „Made in Lausitz“ usw. lesen Sie in der Sommerausgabe 2023 des »STARK für die LAUSITZ«-Magazins des WochenKurier. Das Magazin finden Sie kostenfrei in vielen Auslagenstellen in der Ober- und Niederlausitz sowie als E-Paper hier.
