»Es gibt immer Wege sich zu engagieren«
Von Jannis Simons
Nur wenn die Herausforderung angenommen wird und man sich auf den Weg macht, kann Neuland erobert werden und der Neuanfang erfolgreich sein. Mit dieser Sicht lässt sich auch der Strukturwandel betrachten. Unter der Rubrik „Menschen im Strukturwandel“ stellen wir Akteure des Strukturwandels und Personen vor, die bereit sind, Neuland zu betreten und den Strukturwandel zwar kritisch, aber vor allem als Chance betrachten, die es zu nutzen gilt.
Mary Blümel arbeitet schon seit 2006 bei den Stadtwerken Weißwasser (SWW). Sie machte dort ihre Ausbildung zur Industriekauffrau, wurde übernommen und arbeite daraufhin als Sachbearbeiterin Marktkommunikation.
Von 2012 bis 2015 studierte sie an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg Wirtschaftsingenieurwesen in der Fachrichtung Energieversorgung und ab 2017 per Fernstudium Kommunalwirtschaft an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Den Strukturwandel sieht die Gablenzerin als riesengroße Herausforderung. Gleichzeitig biete er die Chance, die Region zu modernisieren und ebnet den Ländern und Kommunen den Weg, um neue Ansätze zur Entwicklung zu finden. »Etwas, das mir persönlich bis heute fehlt, aber meiner Meinung nach so dringend benötigt wird, ist die Infrastruktur – insbesondere die fehlende Autobahnanbindung von Weißwasser halte ich für einen großen Nachteil für unsere Region«, so die 32-Jährige. Ein Ausbau der Infrastruktur würde die hiesigen Unternehmen stärken, sodass diese Fachkräfte anwerben oder selbst ausbilden könnten, was die Wirtschaftsleistung in der Region erhöht und Aufträge generiert.
»Weiterhin sollte der Fokus auf den Telekommunikations-Netzausbau gelegt werden. Sodass vielleicht durch schnelleres Internet und die zunehmende Begeisterung für touristische Attraktionen, wie die Rakotzbrücke im Kromlauer Park oder die Lausitzer Seenlandschaft, Menschen (zurück) in die Region ziehen«, sagt Mary Blümel. Dadurch könne sich das Lohniveau im Landkreis stabilisieren und dem demografischen Wandel etwas entgegengewirkt werden.

Mary Blümel
»[…] Anderen die Schuld zu geben, wenn etwas nicht so läuft, finde ich nicht richtig. […]«
Foto: SWW
Die Gablenzerin ist überzeugt, dass jeder von uns Einfluss auf die Gesellschaft nimmt – ob bewusst oder unbewusst. »Es gibt für jede und jeden von uns immer Wege sich zu engagieren. Anderen die Schuld zu geben, wenn etwas nicht so läuft, finde ich nicht richtig. Diese Einstellung zur Gesellschaftsentwicklung oder dem Strukturwandel teile ich nicht«. Jeder Mensch ist frei in seinen Entscheidungen und wie er leben möchte. Sie hat sich bewusst entschieden, hier zu leben. Natürlich müsse man deswegen nicht alles gut finden, aber bspw. bei ihrer Arbeit für die SWW werde genau das geschätzt. Hier können eigene Ideen eingebracht und umgesetzt werden.
Fragen zu stellen, Hintergründe zu beleuchten und sachlich für die eigenen Überzeugungen einzustehen ist erwünscht. »Auch wenn viele Projekte und Aufgaben vom Gesetzgeber getrieben sind, so fragen wir uns immer wie wir etwas umsetzen können, sodass idealerweise auch für die Gesellschaft ein Mehrwert entsteht«, sagt Mary Blümel.
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