Entscheidendes Puzzleteil erhalten – Wasserstoffbusse für Cottbus sind auf dem Weg

Im Rahmen eines Förderaufrufs des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) zur Beschaffung von Bussen mit alternativen Antrieben, erhält die Cottbusverkehr GmbH eine Fahrzeugförderung. Damit kann das schon länger geplante Wasserstoffprojekt in Kooperation mit der LEAG nun endlich umgesetzt werden.

pm / Jannis Simons

Das Projekt „Klimaneutraler ÖPNV“ wird im Rahmen der Förderrichtlinie Bus/Schiene des BMDV mit rund 3 Millionen Euro gefördert. Cottbusverkehr plant nun, bis 2025 zunächst 11 Wasserstoffbusse zu beschaffen. Die Fahrzeugförderung ist der entscheidende Baustein, mit dem das Wasserstoffprojekt, das bereits im Dezember 2020 den ersten Werkstattprozess der Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) durchlaufen hat, nun vollständig umgesetzt werden kann. Geschäftsführer Ralf Thalmann betont die große Bedeutung der Zuwendung für das Unternehmen: „Der Bescheid ist das letzte – und entscheidende – Puzzleteil, um die Dekarbonisierung unserer Omnibusflotte zu beginnen. Uns war immer bewusst, dass wir nur dann Erfolg haben werden, wenn beide Bestandteile – die Tankinfrastruktur und die Fahrzeuge – zusammenkommen. Was die Tankinfrastruktur angeht, konnten wir die notwendigen Fördermittel aus dem Strukturstärkungsgesetz ja bereits im Dezember 2021 mit unserem Projektpartner LEAG sichern und die Planungen vorantreiben. Diese gute Zusammenarbeit hat mit Sicherheit einen großen Beitrag dazu geleistet, dass wir nun auch vom BMDV mit einer Fahrzeugförderung bedacht wurden. Es war sichtbar, dass wir hier gemeinsam den Weg zur Wasserstoffregion gehen wollen und wir sind glücklich, dass wir nun loslegen können.“ Zum Vergleich: Ein Wasserstoffbus ist momentan mehr als doppelt so teuer als ein Dieselbus.

Ralf Thalmann, Geschäftsführer von Cottbusverkehr, freut sich über das entscheidende Puzzleteil zur Realisierung des Wasserstoff-Projekts.
Foto: Cottbusverkehr

Auch für den Projektpartner LEAG ist die Förderzusage ein positives Signal für den Fortschritt des Regionenprojekts. „Wir haben damit nun alle Bestandteile dieses wichtigen Projekts gesichert, das Vorbildcharakter für die Lausitz und darüber hinaus haben soll“, sagt Frank Mehlow, Leiter Strategische Geschäftsfeldförderung bei der LEAG. Für die Wasserstoff-Elektrolyseanlage, die unmittelbar an der Wasserstoff-Tankstelle von Cottbusverkehr entstehen soll, laufe aktuell das Genehmigungsverfahren. Die Bauleistungen sind schon ausgeschrieben und sollen Ende September vergeben werden. Alle Beteiligten gehen davon aus, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen und im kommenden Jahr bereits der erste Wasserstoff produziert werden könne. Parallel dazu erfolgt der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung bei der LEAG.

Ziel sei es, mit grünem Wasserstoff einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten, den wir im Verbund mit weiteren Partnern im Bereich der Wasserstoffmobilität in den kommenden Jahren noch erweitern wollen.“ Mit dem Bau der ersten Wasserstoff-Elektrolyseanlage und –Tankstelle in Cottbus soll nämlich zunächst nur die erste Ausbaustufe in der Region realisiert werden.

Wasserstoffbus in kommender Woche schon im Testbetrieb

Bereits in der kommenden Woche wird Cottbusverkehr die Gelegenheit haben, einen Wasserstoffbus im Linienbetrieb zu testen. Das Fahrzeug wird vom Hersteller Solaris zur Verfügung gestellt und an einem Tag vorrangig auf der Linie 19 zwischen Schlichow und Neu Schmellwitz im Einsatz sein. „Damit setzen wir den Bus gleich im längsten Umlauf ein und erhoffen uns ausschlussreiche Erkenntnisse“, so der Pressesprecher von Cottbusverkehr, Robert Fischer.

Wasserstoff-Busse unterwegs in der »BOOMTOWN« Cottbus – längst keine Utopie mehr, sondern schon bald Realität. Das Projekt befindet sich in der letzten Etappe.
Foto: Simons
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