Auftakt für Qualifizierungsverbund Lausitz in Lübbenau – Was steckt dahinter?

„QLEE“ macht Unternehmen mit passenden Bildungsangeboten fit für Erneuerbare Energien.

pm / jas

Der Qualifizierungsverbund in der Lausitz für die Erneuerbaren Energien (QLEE) öffnete am vergangenen Mittwoch mit einer Auftaktveranstaltung für Politik und Unternehmen in Lübbenau am Standort des LEAG-Qualifizierungs- und Konferenzcenters seine Pforten. Ziel des Projektes ist die Vernetzung von Unternehmen und Ausbildungsträgern zur Weiter- und Fortbildung der Beschäftigten, um diese fit für neue Aufgaben im Bereich der Erneuerbaren Energien zu machen.

Initiatoren des Projektes sind das Unternehmen LEAG, das Institut für Betriebliche Bildungsforschung (IBBF) und der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE). Gemeinsam mit den Verbundpartnern bilden sie den Qualifizierungsverbund in der Lausitz für Erneuerbare Energien, der Unternehmen und ihre Beschäftigten mit bedarfs- und zielgruppengerechten Weiterbildungen unterstützt. QLEE entwickelt Qualifizierungsangebote im Bereich Erneuerbarer Energien der Lausitz. Das Projekt orientiert sich dabei an den veränderten Bedarfen der regionalen Wirtschaft im Strukturwandel und trägt zur Fachkräfteentwicklung und -bindung bei. Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus betonte die Wichtigkeit dieses neu gegründeten Verbunds am Beispiel der langen Wartezeiten für die Installierung einer Photo­voltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach. „Das kann aktuell bis zu 12 Monate aufgrund fehlender Fachkräfte dauern“, bemängelt er und meint: „Die Zeitenwende hat begonnen, denn wer hätte gedacht, dass die LEAG und der Bundesverband Erneuerbare Energien einmal zusammen kooperieren.“ Es sei wichtig, dass der Strukturwandel-Prozess mit solchen Verbundprojekten beschleunigt und auch die Akzeptanz für erneuerbare Energien größer wird, denn auch diese sind heimische Energieträger, so der IHK-Chef.

Das gemeinsame Projekt erhielt zum Jahresende 2021 die Förderzusage aus dem „STARK-Programm“ der Bundesregierung und hat eine Laufzeit bis Ende 2025. Dieses Programm fördert Projekte, die den Transformationsprozess zu einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Wirtschaftsstruktur in den Kohleregionen unterstützen. In seinem Grußwort zum Auftakt der QLEE betonte Hendrik Fischer, Staatssekretär im brandenburgischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie die Chancen der Erneuerbaren Energien für die Region: „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist politisch gewollt und bereits gesetzlich festgelegt. Bis 2030 sollen 80 Prozent der bundesdeutschen Energieversorgung aus regenerativen Quellen stammen. Allein im Bereich der Windenergie sollen ab 2025 jährlich 10 Gigawatt Leistung neu installiert werden. Das alles zeigt, dass die Erneuerbaren Energien sichere, zukunftsfeste Jobs bieten. Eine gewaltige Chance für die vom Strukturwandel besonders betroffene Region Lausitz.“ Das Vermitteln von Perspektiven sei ganz wichtig für die jungen Menschen in der Region, so der Staatssekretär.

„Die Lausitz für die Zukunft qualifizieren“

Bei der Auftaktveranstaltung in den Räumen des QLEE-Mitinitiators LEAG kamen Politik, Unternehmen und Expertinnen und Experten zusammen, um im gemeinsamen Austausch das Projekt kennenzulernen sowie in einem Auftaktworkshop Verständigung über gemeinsame Ideen und Zielsetzungen für das Projekt zu erarbeiten.

Die Erneuerbaren Energien bieten die einmalige Gelegenheit, die Lausitz von einer vom Strukturwandel betroffenen Region zu einer der führenden Energieregionen in Deutschland zu machen. „Wir schaffen damit ein Angebot für die gesamte Lausitz und darüber hinaus“, so Katja Müller, Leiterin Personaltransformation bei der LEAG. So könnten zukünftig auch andere Gebiete, die vom Strukturwandel betroffen sind, von diesem Projekt profitieren. Auch die jüngst verkündete Entwicklung eines grünen Industriegebietes durch den Energiekonzern LEAG und die Stadt Forst unterstreichen das Potenzial der Region. Die Partner entwickeln gemeinsam ein Industrie- und Logistikzentrum, welches eine Grundlage für die Versorgung der gesamten Region mit sauberer Energie bilden wird, als Reaktion auf die – auch durch den Krieg in der Ukraine – gewachsenen Herausforderungen an die Energieversorgung. „Die Lausitz für die Zukunft qualifizieren“, lautet somit nicht nur der Slogan des neuen Verbunds, sondern auch seine Mission.

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Statements von den Projektinitiatoren und -leitern im Videoclip.

Weitere Statements:

Helmut Wenzel, Bürgermeister von Lübbenau: „Die Ansiedlung des Qualifizierungsverbunds in Lübbenau ist ein großer Gewinn nicht nur für unsere Gemeinde, sondern für die gesamte Region. Die LEAG und die Erneuerbaren Energien-Branche stellen sich hier gemeinsam der Aufgabe, den Strukturwandel in unserer Region abzufedern und den Beschäftigten neue Chancen aufzuzeigen. Ich bin stolz, dass dieses zukunftsträchtige Projekt unserer Stadt eng verbunden ist.“

Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus: „Ansiedlungen wie die von Tesla und Rock Tech Lithium zeigen, wie attraktiv die Region als Standort für Unternehmen ist – auch aufgrund der hohen Verfügbarkeit von Erneuerbarer Energie. Die Etablierung des Qualifizierungsverbunds im Bereich Erneuerbare Energien verschafft der Lausitz einen weiteren wichtigen Vorteil im Wettbewerb um potenzielle Investoren.“

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