Altes Bahnhofsgebäude in Neusalza-Spremberg erwacht aus Winterschlaf

Anfang des Jahres bestätigte der Bund vier weitere Strukturwandelprojekte im sächsischen Lausitzer Revier. Damit könnte dem alten Bahnhof in Neusalza-Spremberg bald neues Leben eingehaucht werden.

Tony Keil

Das bis dato ungenutzte Bahnhofsgebäude in der sächsischen Landstadt Neusalza-Spremberg im Landkreis Görlitz, direkt an der tschechischen Grenze, soll umgebaut und umfassend saniert werden. Dort soll unter anderem eine Tourist-Information, Coworking-Spaces, ein Veranstaltungsraum, ein Radverleih mit angeschlossenem Verkaufs-, Reparatur- und Servicepunkt sowie ein neues Café entstehen. Für die letztgenannten Nutzungsmöglichkeiten gäbe es schon jetzt verbindliche Interessenten. »Die entsprechenden Interessensbekundungen waren mit Grundlage für die Förderung«, erklärt der Bürgermeister, Matthias Lehmann.

Die Gesamtkosten des Projekts mit dem Namen »Kult.halt« belaufen sich nach momentanem Stand auf 6,9 Millionen Euro. Zu 92,5 Prozent wird diese Summe mit Fördermitteln aus dem Strukturstärkungsgesetz finanziert. Der Rest werde mit Eigenmitteln der Stadt, die bereits im Haushaltplan stehen, gedeckt. Noch befinde sich das Projekte in der Planungsphase. Bis 2026 muss es fertig umgesetzt und abgerechnet sein. »2023 wird für die Planungen und Ausschreibungen erforderlich sein«, so der Bürgermeister. Ab 2024 soll es an die Umsetzung gehen. Erste Baumaßnahmen gab es auf dem Bahnhofsgelände vor kurzem dennoch. Mit einem anderen Förderprogramm konnten hier 23 Parkplätze, darunter ein Behindertenparkplatz, errichtet werden.

Wo heute noch ein »toter« Bahnsteig ist, könnte schon bald wieder ein reger »Menschenbetrieb« herrschen. Der Bahnhof in Neusalza-Spremberg soll mit vielfältigen Nutzungskonzepten zu neuem Leben erweckt werden. Foto: T. Keil

Geld für weitere Projekte in der Lausitz

Das Bahnhofsprojekt im Landkreis Görlitz ist nicht das einzige Projekt in der Region, welches Anfang 2023 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bestätigt wurde. Auch für die Aufwertung des Erholungsgebietes Olbersdorfer See sollen finanzielle Mittel aus dem Strukturwandel-Topf bereitgestellt werden. Mit knapp 370.000 Euro will man dort in ein kombiniertes Bewegungs- und Freizeitangebot sowie in eine Pumptrack-Anlage investieren. Im Kinder- und Erholungszentrum (KiEZ) Querxenland soll ein »GUT Drauf-Komplex« entstehen, der künftig wetterunabhängige, saisonverlängernde Angebote ermöglicht. Wofür die bewilligten Fördermittel von rund 18,4 Millionen Euro für das KiEZ-Projekt genau gebraucht werden, erfahrt ihr hier.

»Ich bin sicher, dass auch diese Projekte einen wichtigen Beitrag für die Strukturentwicklung in unseren beiden Revieren leisten werden«, so Staatsminister Thomas Schmidt. »Nun kommt es darauf an, dass die Träger ihre Projekte weiterqualifizieren, um dann im nächsten Schritt die Fördermittel bei der Sächsischen Aufbaubank zu beantragen.«

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