Alte Industriekultur und Zukunftsperspektiven in Elbe-Elster »hautnah« erleben

Jede Menge Wissenswertes bieten Ausstellungen zur Industriekultur Bad Liebenwerdas und Region im Elbe-Elster-Kreis. Dazu werden verschiedene Führungen angeboten.

Heiko Lübeck

Noch anschaulicher kann die Industriealisierung in der Region ab Mitte des 18. Jahrhunderts wohl kaum dargestellt werden als im Reiss-Museum Bad Liebenwerda. »Tradition erleben. Zukunft gestalten«, so lautet das Motto der Ausstellung. Über 2000 Exponate – Originalerzeugisse der Industriegeschichte der Firma Reiss und der Stadt Bad Liebenwerda – darf der Besucher bewundern, größtenteils zusammen getragen von Dietmar Menzel. Er leitete die Firma Reiss selbst lange Zeit als einer der beiden Geschäftsführer bis zu seinem Ruhestand. Vor sechs Jahren gründete Dietmar Menzel den Verein »Reiss Zweck e.V.« gemeinsam mit weiteren aktiven Mitstreitern.

»Das Museum dient dazu, ehemaligen Mitarbeitern und interessierten Bürgern die Industriegeschichte der Stadt zu veranschaulichen«, so Dietmar Menzel. Der Verein arbeitet auch mit den Schulen der Stadt zusammen und fördert die wissenschaftliche und kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen. Thematische Führungen durch das Reiss-Museum organisiert die Tourist Information.

Die Orgel gilt nicht nur als Königin der Instrumente, sie ist auch der größte Klangkörper weltweit. »Orgel für Jedermann«, so hieß vor gut elf Jahren die Vision von Orgelbaumeister und Kirchenmusiker Dieter Voigt. Der Ehrenbürger der Stadt hat gemeinsam mit der »Südbrandenburgischen Orgelakademie« und dem gleichnamigen Förderverein sowie weiteren Mitstreitern dieses Projekt forciert. Ausgangspunkt für die Pläne war der Wunsch, historisches und modernes Material des Orgelbaus aus dem Traditionsunternehmen »Mitteldeutscher Orgelbau Voigt«, wie Registerreihen, Spieltische, Prospekte und Pfeifen, in einer Ausstellung im ehemaligen Druckereigebäude, Markt 27, öffentlich zugänglich zu machen. Besonderes Augenmerk legt der Verein darauf, das Interesses von Kindern und Jugendlichen am Instrument »Orgel« zu wecken und die musische Erziehung zu fördern.

Auch der alte Charme des ehemaligen Druckereigebäudes ist keinesfalls verloren gegangen. Große Maschinen zeugen auch heute noch von den vergangenen Zeiten und beim Umherschlendern fällt es nicht schwer, sich das Handwerkstreiben mit Pressen, Druckerschwärze und dem milden Ölgeruch noch einmal vorzustellen.

Die Kohle- und Industriegeschichte in der Region des heutigen Elbe-Elster-Kreises zeigt eine Ausstellung des Heimatvereins Maasdorf am Natoureum. Sie widmet sich dem Thema »Regionale Energieerzeugung aus Braunkohle sowie erneuerbare Energiearten unter Nutzung von Wind und Sonne«. Weiterhin bietet das Natoureum allen Natur-, Technik- und Kulturfreunden mit anschaulichen Präparaten, Nachbildungen und Modellen viele Informationen über die Flora und Fauna in und um Bad Liebenwerda. Das Highlight ist sicherlich im Außenbereich die liebevoll gestaltete Miniaturwelt und die Modelleisenbahn, die fast originalgetreu durch die Elbe-Elster-Region fährt.

Die Modelleisenbahn ist die Attraktion im Natoureum. Foto: AF-TI-Bali

Kontaktdaten:

  • Tourist Information Bad Liebenwerda (Roßmarkt 12, 04924 Bad Liebenwerda, Tel.: 035341/6280)
  • Reiss-Museum Bad Liebenwerda (Südring 6, 04924 Bad Liebenwerda (über Tourist Information))
  • Südbrandenburgische Orgelakademie (Markt 27, 04924 Bad Liebenwerda, Tel. 035341/496694)
  • Elster-Natoureum Maasdorf (Liebenwerdaer Straße 2, 04924 Maasdorf, Tel. 035341/49736)
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