150 neue Arbeitsplätze in Schwarze Pumpe geplant

Altech Industries baut im Industriepark Schwarze Pumpe eine Produktionsstätte für Aluminiumoxid

C. M. Schwab / Jannis Simons

In der vergangenen Woche wandelte das Unternehmen Altech Industries Germany GmbH die bis dato bestehende Option auf den Kauf einer Fläche im Industriepark Schwarze Pumpe (ISP) in einen regulären Kaufvertrag um. Damit bekennt sich die deutsche Tochter des australischen Unternehmens Altech Chemical vorzeitig zum Standort, da der Optionsvertrag ursprünglich noch bis Ende Juni 2022 gültig war.

Das Unternehmen will im ISP auf rund 14 Hektar Aluminiumoxid produzieren und rund 150 Arbeitsplätze schaffen. Vorgesehen ist zunächst die Errichtung einer Pilotanlage in der Werkhalle von Dock 3 Lausitz. Dort soll Anodengraphit hergestellt und das Produkt zugleich weiterentwickelt werden, welches mit hochreiner Keramik beschichtet für Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien verwendet wird. Im Zuge des starken Wachstums von E-Mobilität sieht Altech weltweit ein Marktpotenzial von sieben Milliarden Euro.

Erklärtes Ziel: Weltmarktführer werden

Die Pilotanlage dient dazu, die Entwicklung und Vermarktung des Produkts zeitlich zu verkürzen. Mit der speziellen Beschichtung hat eine Batterie eine viel längere Lebensdauer. »Unser Material für Lithium-Ionen-Batterien ist besser, umweltfreundlicher und kostengünstiger. Bereits jetzt haben wir auf diesem Gebiet fünf bis sieben Jahre Vorsprung«, so Uwe Ahrens. Das Ziel der Investition umreißt Ahrens wie folgt: »Wir wollen Weltmarktführer für hochreines Aluminiumoxid und Hochleistungs-Anodenmaterial mit Silizium werden – das geht nur gemeinsam mit der Region. Wir spüren, dass wir hier richtig sind. Denn wir investieren nicht in Grundstücke, sondern in Menschen.«

Altech rechnet für dieses Werk mit Investitionskosten im zweistelligen Millionenbereich. Für das eigentliche Aluminiumoxidwerk werden Kosten von bis zu 250 Millionen Euro veranschlagt, der Gesamtwert der geplanten Anlagen wird bis zu 500 Millionen Euro betragen. Ziel ist es, bis zu 4.000 Tonnen hochreines Aluminiumoxid pro Jahr zu produzieren. Das erworbene Gelände in Schwarze Pumpe ermöglicht die Errichtung von bis zu fünf Produktionsstätten. Thomas Schmidt, Sächsischer Staatsminister für Regionalentwicklung: »Ich freue mich sehr, dass ein international agierendes Unternehmen wie Altech jetzt mit dem Erwerb der Flächen im Industriepark Nägel mit Köpfen macht. Diese Investition mitten im bisherigen Braunkohlegebiet soll für 150 Arbeitsplätze sorgen. Für den Strukturwandel in der Lausitz ist das eine sehr gute Nachricht.«Altech-Vorstand Uwe Ahrens bestätigt das: »Wir brauchen Leute, die sich mit uns identifizieren.« Konkret sucht Altech für die Zukunft Prozesstechniker, Logistiker und »andere motivierte Menschen in der Lausitz«.

»Wir fühlen uns gut aufgenommen«

Manfred Heine, Vorstandsvorsitzender des Zweckverbands ISP, freut sich darüber, auch aus dem Wissen heraus, dass diese Ansiedlung weitere nach sich ziehen wird. Da stehen Arbeitsplätze dahinter: »Das ist eine Botschaft für unserer Kinder – sie können hierbleiben bzw. wieder zurückkommen.«

Uwe Ahrens: »Eine solche strategische Investition birgt viele Risiken. Wir fühlen uns gerade deshalb in der Region gut aufgenommen. Auf unsere Fragen erhielten wir bei der ASG Spremberg und dem ISP vom ersten Kontakt an schnelle und kompetente Antworten«, begründet er den Entschluss, in der Lausitz verbindlich zu starten. Außerdem gäbe es in der Region bereits potenzielle industrielle Partner mit Erfahrung in Prozesstechnik, auch seien benötigte Rohstoffquellen vorhanden. In absehbarer Zeit soll regional autark, ohne Zulieferer außerhalb der Lausitz, produziert werden.

(v.l.n.r.) Manfred Heine, Vorstandsvorsitzender Zweckverband Industriepark Schwarze Pumpe, Udo Witschas, Erster Beigeordneter des Landrats im Landkreises Bautzen, Christine Herntier, Bürgermeisterin von Spremberg und Mitglied im Vorstands des Zweckverbands, und Uwe Ahrens.
Foto: Rainer Weisflog  
Statements von Altech-Vorstand Uwe Ahrens und dem Technischen Geschäftsführer des Industrieparks Schwarze Pumpe, Roland Peine, zur Ansiedlung von Altech Industries Germany GmbH in der Lausitz. Video: Simons

Grafik: Altech

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